In einem langen Gespräch analysiert der Ökonom und Bankenexperte Richard Werner die geopolitischen Machtstrukturen hinter großen Kriegen – von der Lusitania über den Ersten Weltkrieg bis hin zu den heutigen Konflikten gegen Iran, Russland und China. Seine zentrale These: Große Kriege entstehen nicht spontan, sondern werden durch Propaganda, wirtschaftliche Interessen und geopolitische Strategien vorbereitet. Dabei spielten laut Werner insbesondere Zentralbanken, imperiale Machtzentren und kontrollierte Finanzsysteme eine entscheidende Rolle.

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„Der Iran-Krieg wegen Atomwaffen? Ein IQ-Test“

Gleich zu Beginn macht Werner eine provokante Aussage:
Wer glaube, der aktuelle Krieg gegen Iran habe tatsächlich primär mit dem iranischen Atomprogramm zu tun, falle auf Propaganda herein.

Er argumentiert:
Kriege würden historisch fast immer unter falschen Vorwänden verkauft —
während die eigentlichen geopolitischen und wirtschaftlichen Motive verborgen blieben.

Die Lusitania: Der Erste Weltkrieg als False Flag?

Als Beispiel nennt Werner den Untergang der RMS Lusitania im Jahr 1915.

Die offizielle Geschichte lautet:
Ein deutsches U-Boot habe ein ziviles Passagierschiff versenkt und dadurch anti-deutsche Stimmung in den USA erzeugt.

Werner behauptet jedoch:
Die britische Führung habe bewusst darauf hingearbeitet, die USA in den Krieg hineinzuziehen.

Er verweist darauf:

  • Die Lusitania sei offiziell als militärisches Hilfsschiff registriert gewesen.
  • Deutschland habe öffentlich davor gewarnt, das Schiff zu betreten.
  • Deutsche Anzeigen in amerikanischen Zeitungen hätten ausdrücklich erklärt, das Schiff könne angegriffen werden.

Besonders brisant:
Laut Werner sollen manche Zeitungen diese Warnungen absichtlich nicht veröffentlicht haben.

Er behauptet außerdem:
Die Briten hätten damals bereits deutsche Funkcodes mitlesen können und den Kapitän der Lusitania absichtlich auf eine Route gelenkt, die direkt an einem deutschen U-Boot vorbeiführte.

Winston Churchill habe sogar persönlich angeordnet, die Geschwindigkeit des Schiffes zu reduzieren —
obwohl dies das Risiko eines Angriffs erhöhte.

Für Werner ist die Lusitania deshalb ein klassisches Beispiel dafür,
wie ein Ereignis genutzt werde, um öffentliche Kriegsstimmung zu erzeugen.

„Normale Menschen wollen keinen Krieg“

Werner argumentiert mehrfach:
Die Mehrheit der Bevölkerung wolle niemals Krieg.

Gerade deshalb müssten:

  • Medienkampagnen,
  • Schockereignisse,
  • Feindbilder
  • und emotionale Narrative

geschaffen werden, um Bevölkerung und Politik in Richtung Krieg zu bewegen.

Er warnt:
Das eigentliche Problem sei,
dass viele Menschen sich schlicht nicht vorstellen könnten,
dass mächtige Kreise absichtlich globale Konflikte provozieren würden.

Der Erste Weltkrieg als Beginn der totalen Kontrolle

Werner beschreibt den Ersten Weltkrieg als Wendepunkt der modernen Geschichte.

Er nennt ihn:
den Beginn des modernen totalen Krieges.

Zum ersten Mal seien:

  • ganze Gesellschaften,
  • Industrien,
  • Frauen,
  • Medien
  • und Wirtschaftssysteme

vollständig militarisiert worden.

Laut Werner entstand in dieser Zeit:
eine neue Form zentralisierter Kontrolle,
die sich unter dem Vorwand des Krieges ausbreiten konnte.

Die Rolle Großbritanniens

Im Zentrum seiner historischen Analyse steht das Britische Empire.

Werner beschreibt Großbritannien als damalige globale Hegemonialmacht,
die ihre Dominanz über:

  • Kolonialismus,
  • Seemacht,
  • Finanzsysteme
  • und Handelskontrolle

gesichert habe.

Besonders ausführlich spricht er über:

  • die East India Company,
  • koloniale Ausbeutung,
  • Hungersnöte in Irland und Indien,
  • sowie die Kontrolle globaler Handelsrouten.

Er behauptet:
Großbritannien habe Deutschland vor dem Ersten Weltkrieg zunehmend als existenzielle Bedrohung gesehen.

Die wahre Ursache des Ersten Weltkriegs?

Werner glaubt:
Ein zentraler Auslöser des Ersten Weltkriegs sei das deutsche Infrastrukturprojekt der Berlin–Bagdad–Basra-Bahn gewesen.

Die Idee:
Deutschland wollte Rohstoffe und Energie über Landwege sichern —
ohne von britisch kontrollierten Seewegen abhängig zu sein.

Für das britische Empire sei dies eine strategische Katastrophe gewesen.

Denn:
Eine erfolgreiche kontinentale Verbindung von Europa bis in den Nahen Osten hätte die britische Seemacht massiv geschwächt.

Werner zieht dabei direkte Parallelen zur heutigen Weltlage.

China als „neues Deutschland“

Laut Werner befindet sich die Welt heute erneut in einer ähnlichen geopolitischen Phase.

Die Rolle des damaligen Deutschlands nehme heute China ein.

China versuche:

  • alternative Handelsrouten,
  • unabhängige Lieferketten,
  • eigene Finanzsysteme
  • und neue Infrastrukturprojekte

aufzubauen.

Das moderne Gegenstück zur Berlin–Bagdad-Bahn sei laut Werner:
die chinesische Belt-and-Road-Initiative („Neue Seidenstraße“).

Iran als Schlüssel gegen China

Besonders wichtig sei dabei Iran.

Werner argumentiert:
Iran sei nicht primär wegen seines Atomprogramms Ziel westlicher Angriffe —
sondern wegen seiner Rolle als Energie- und Transportkorridor für China.

Er verweist darauf,
dass bei Angriffen auf Iran auch Infrastrukturprojekte der Belt-and-Road-Initiative bombardiert worden seien:

  • Brücken,
  • Bahnlinien,
  • Transportkorridore.

Für Werner ist dies ein Beweis,
dass der eigentliche geopolitische Gegner China sei.

„Venezuela und Iran sind Teil derselben Strategie“

Werner sieht auch Venezuela als Teil derselben globalen Strategie.

Beide Länder:

  • verfügen über große Energieressourcen,
  • beliefern China,
  • und entziehen sich westlicher Kontrolle.

Er behauptet,
dass Regimewechsel-Operationen heute zunehmend offen stattfinden —
ohne die frühere „plausible Abstreitbarkeit“.

Zentralbanken und die Kontrolle der Staaten

Ein großer Teil des Interviews dreht sich um Zentralbanken und Finanzsysteme.

Werner schildert:

  • die Asienkrise 1997,
  • die Rolle des IWF,
  • Währungsangriffe,
  • Kapitalsteuerung
  • und Kreditmanipulationen.

Er behauptet:
Finanzkrisen würden oft künstlich verschärft,
um Staaten in Abhängigkeit zu treiben.

Als Beispiel nennt er Thailand:

  • Der Baht sei durch Zentralbankpolitik destabilisiert worden.
  • Danach habe der IWF harte Sparmaßnahmen verlangt.
  • In der Folge seien thailändische Vermögenswerte billig an ausländische Investoren verkauft worden.

Werner bezeichnet dieses Modell als:
„moderne wirtschaftliche Kolonialisierung“.

Der IWF als modernes Imperium?

Besonders kritisch äußert sich Werner über:

  • den IWF,
  • die Weltbank
  • und das Dollar-System.

Er argumentiert,
diese Institutionen dienten nicht primär der Entwicklung —
sondern der Kontrolle.

Die Belt-and-Road-Initiative Chinas stelle deshalb erstmals eine ernsthafte Alternative zum westlich dominierten Finanzsystem dar.

Die Gefahr eines neuen Weltkriegs

Am Ende warnt Werner eindringlich vor einer Eskalation Richtung Dritter Weltkrieg.

Er verweist:

  • auf die massive Aufrüstung Europas,
  • neue Wehrpflicht-Debatten,
  • NATO-Strategien,
  • Konflikte gegen Russland,
  • und die zunehmende Konfrontation mit China.

Besonders alarmierend sei,
dass viele Menschen glaubten,
niemand wolle einen Weltkrieg —
während gleichzeitig konkrete Vorbereitungen liefen.

Sein düsteres Fazit

Richard Werner zeichnet das Bild einer Welt,
in der:

  • Imperien ihre Dominanz sichern wollen,
  • Finanzsysteme geopolitisch eingesetzt werden,
  • Medien Kriegsnarrative verstärken,
  • und wirtschaftliche Rivalen systematisch bekämpft werden.

Für ihn sind:

  • der Krieg gegen Iran,
  • die Konfrontation mit Russland,
  • und der Druck auf China

keine getrennten Krisen —
sondern Teile eines globalen Machtkampfes um die Kontrolle der Weltordnung.

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Von Veritatis