Die AfD hat in Sachsen einen neuen Höchstwert erzielt. Laut INSA-Umfrage kommt die AfD auf 42 Prozent. Die CDU von Ministerpräsident Michael Kretschmer fällt zeitgleich auf 21 Prozent – fünf Punkte weniger als im Vorjahreszeitraum. Die AfD ist damit klar mehr als doppelt so stark wie die Union.
CDU verliert dramatisch, AfD baut Potenzial aus
Die Umfrage wurde zwischen dem 13. und 20. Mai 2026 bei 1.000 Teilnehmern durchgeführt. Sie markiert damit (gemeinsam mit Sachsen Anhalt, wo die AfD in einer Umfrage ebenso 42 Prozent erreicht hat) das stärkste Umfrageergebnis, das die AfD je in einem deutschen Bundesland erreicht hat. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) verliert vier Punkte und landet bei sieben Prozent. SPD und Grüne halten sich bei je sechs Prozent, die Linke bei neun Prozent. Sonstige Parteien kommen auf neun Prozent.
Besonders auffällig: Fast jeder Zweite in Sachsen (49 Prozent) hat entweder schon AfD gewählt oder kann es sich vorstellen. Nur 39 Prozent schließen eine Stimmabgabe für die AfD kategorisch aus, der einzige historische Tiefststand für die rechte Oppositionspartei. Das maximale Potenzial der CDU liegt laut Umfrage bei lediglich 36 Prozent. Gut jeder zweite potenzielle Unionswähler tendiert derzeit zur AfD.
Kretschmer hält sich in Direktwahl, doch die Stimmung kippt
Trotz des dramatischen Umfragebilds für seine Partei liegt Michael Kretschmer gegenüber dem AfD-Landesvorsitzenden Jörg Urban in einer hypothetischen Direktwahl zum Ministerpräsidenten deutlich vorne: 44 Prozent für den Amtsinhaber, nur 20 Prozent für Urban. Vor allem ältere Wähler und Anhänger von CDU, SPD, Grünen und Linken stehen hinter Kretschmer.
Die allgemeine Bewertung der Landesregierung fällt dennoch hart aus. Nur 35 Prozent der Befragten sind zufrieden oder eher zufrieden, 58 Prozent unzufrieden oder sehr unzufrieden. Noch deutlicher wird die Ablehnung gegenüber der Bundesregierung: 85 Prozent der Sachsen sind unzufrieden, nur zwölf Prozent zufrieden.
Politische Konsequenzen zeichnen sich ab
Rechnerisch könnte die AfD in Sachsen mit fast jeder anderen im Landtag vertretenen Partei eine Mehrheit bilden. Für eine Regierungsbildung reichen 46 Prozent. Die CDU käme selbst zusammen mit der SPD nur mit Unterstützung aller übrigen Fraktionen auf eine Mehrheit. Die Umfrage unterstreicht einen klaren Trend in den ostdeutschen Ländern, der die etablierten Kräfte vor erhebliche Herausforderungen stellt. Die nächsten Landtagswahlen in Sachsen stehen turnusgemäß im Herbst 2029 an.
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