Marcus Klöckner kommentiert hier einen Kommentar des FAZ-Redakteurs Jasper von Altenbockum, in dem die Frage und Antwort „Reservisten bis 70 Jahre? Eine konsequente Idee“ zu lesen ist. Wer meine, die Aussage „eine konsequente Idee“ sei mit einer ordentlichen Portion Ironie gepfeffert, sehe sich schnell eines Besseren belehrt. Es sei letztlich im Sinne des politischen Großprojekts Kriegstüchtigkeit kommentiert worden. Am langen Ende laufe es darauf hinaus: „Wer heute noch als 70-Jähriger bei der Bundeswehr im Büro arbeiten kann, von dem wird, wenn es hart auf hart kommt, auch verlangt, ein Gewehr in die Hand zu nehmen“. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Von unseren Leserinnen und Lesern haben wir dazu interessante E-Mails bekommen. Dafür bedanken wir uns. Die nun folgende Auswahl der Leserbriefe hat Christian Reimann für Sie zusammengestellt.

1. Leserbrief

Verzweiflung und Verblödung von Politik und diverser Medien gehen Hand in Hand.

Weiter so, da dies die deutlichste Art von Aufklärung ist wie Herrschaft, Ausplünderung und Entsorgung, der als Überflüssig angesehenen, ausgeübt wird.

Jetzt wäre natürlich angesagt, dass sich alle Alten, mit und ohne Rollator, Rollstuhl, Krücken…

beim nächsten Schulstreik gegen Wehrpflicht auf der Straße zeigten.

Friedenstüchtige Grüße
Ute Plass

2. Leserbrief

Sehr geehrte Damen und Herren,

während über Reservisten bis 70 diskutiert wird, liefert das aktuelle Medienecho nur das, was man erwartet: glatte Schlagzeilen und sanfte Bilder. Doch wer genau hinsieht, merkt, dass die eigentlichen Geschichten oft hinter der Pose verschwinden. (…).

Beste Grüße
Christian Josef Barthel

3. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Klöckner,

70-jährige an die Front? Selbst der “Deutsche Volkssturm” gegen Ende des zweiten Weltkriegs hat nicht solche menschenverachtenden Blüten getrieben, denn für diesen wurde nur bis zum Alter von 60 Jahren rekrutiert. (…) Diese Leute, die hier den Militarismus, Kriegstüchtigkeit sowie Russenhass und Menschenverachtung predigen, sind wirklich allesamt zum (…).

Nachdenkliche Grüsse,
KK

4. Leserbrief

Werter Herr Klöckner,

ich weiß nicht ob ich lachen oder weinen soll. (…) Der Reservistenführer, gerade mal neununddreißig (…) hat seine Sporen bei Rheinmetall verdient und ist römisch-katholisch (?). Na ja, vielleicht gibt es ein paar Rambos, welche gerne mal wieder Räuber und Gendarm spielen wollen, um festzustellen, dass Holzgewehre doch ungefährlicher sind. Ich hoffe, dass der Auserwählte die Veteranen an der Front anführt und ein motivierendes Beispiel abgibt. Die FAZ-, Spiegel und XY-Journaille wird garantiert folgen, vom Schreiberling bis zum Chef, das ist Ehrensache, ein schöner Orden am Grab gibt etwas her und die Witwen werden stolz sein auf solch tapfere „Verirrte“. Krieg ist Privatsache, wer da hin will gerne, sollte aber die Verfechter/Eiferer unbedingt mitnehmen, die wären sonst beleidigt, wenn sie als Spielführer auf der Reservebank sitzen bleiben. (…)

Mit freundlichen Grüßen
E. Bauer

5. Leserbrief

Guten Tag,

letztendlich wird die Bevölkerung das bekommen, was sie zuläßt.

Zugelassen wird, eine in der Geschichte der Bundesrepublik noch nie dagewesene Befeuerung und indirekte, vielleicht auch schon direkte Beteilung eines Krieges zweier europäischer Völker.

Weiterhin wird mehrheitlich zugelassen, Hetze und Kriegstreiberei gegen Russland und die Stationierung neuer Atomwaffen, die Russland in wenigen Minuten erreichen können, auf deutschem Boden. Kriegsplanung und Koordinierung von deutschem Territorium aus. Akzeptanz von Doppelmoral, miliardenschwerer Aufrüstung auf Kosten ziviler und sozialer Standards. Stufenweise Wiedereinführung der Wehrpflicht und eine schleichende Eingrenzung der Meinungsfreiheit.

Eine passive und in großen Teilen gleichgültige Gesellschaft braucht sich also nicht zu wundern, wenn sie dermaßen in die Kandare genommen wird.

Mit freundlichen Grüßen
Thomas Stöbe

6. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Klöckner

Wehrtauglich, wehrtüchtig, kriegstüchtig. Aber was ist mit kampfbereit? Ginge es nur darum, dann gäbe es wohl eine Baseballglatzenbrigade. Nun ja. Was in diesen ganzen Wortklaubereien der jüngsten Zeit selten voll ausformuliert ist: Wer kriegstüchtig (oder so) ist, der wird (wäre würde wirklich passender?) in letzter Konsequenz zur Kampf”bereitschaft” gezwungen, gegen Gewehrläufe unter Sprengstoffdrohnen befohlen. Ob in den oberen Hinterzimmern bereits über deutsche/EU/NATO Sperrsoldaten nachgedacht wird?

Liebe Grüße
Michael Besteck

7. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Klöckner,

in der Bibel ist zu lesen: “Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau.” (1Mo 1,27). Für den Häuptling der Reservisten sind die alten Menschen eine (für den Krieg) “ungenutzte Ressource”. Alte Menschen als Verbrauchsmaterial für den Krieg? Die Verkommenheit derer, die die Würde von alten Menschen angreifen, ist gotteslästerlich. Wo bleibt der Protest der Kirchen?

Mit freundlichen Grüßen
Siegfried Hösch

8. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Klöckner,

vielen Dank für diesen Artikel, der einen nur den Kopf schütteln lässt über diesen “Journalisten” der FAZ.

Das so ein” Politikrotzlöffel”, wie dieser Vorsitzende des Reservistenverbandes mit solchen kruden Ideen daherkommt, naja, da hat man sich ja mittlerweile drangewöhnt. Aber einer, der im Jahr 1962 geboren wurde, bei dem muss man schon fragen was da in seinen Leben schiefgelaufen ist. Da er ja einen Adelstitel in seinem Namen trägt nehme ich mal an, er hat eine revisionistische Kinder-und Jugendzeit genossen, in dem ihm von seiner Familie immer wieder eingebläut wurde, dass der Feind noch immer im Osten steht. Er musste es bloß all die Jahre unterdrücken, aber jetzt ist ja die Zeit für solche Leute wiedergekommen, in der sie ihr perversen Phantasien endlich ausleben können.

Ich als einer der fast so alt ist wie dieser kriegsgeile Zeitgenosse kann jedenfalls nur den Kopf schütteln ob solcher Hirngespinste. Die Schilderungen meiner Großmutter mütterlicher Seits ( den Großvater lernte ich leider nicht kennen, da er für Führer, Volk und Vaterland an einer Schussverletzung gestorben ist) über den 2. Weltkrieg klingen mir heute noch im Ohr und lassen mich erschaudern, wenn einer in meiner Altersklasse solch hohlen Sprüche klopft.

Solche Leute sind halt dazu verdammt, da sie aus der Geschichte nichts gelernt haben, sie leider zu wiederholen .Es ist bloß schade das dann Andere leider auch das zweifelhafte” Vergnügen” haben.

Mit besten Grüßen
Andreas Geisenhainer

9. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Klöckner,

habe ihnen mal meine „Korrespondenz“ mit dem Reservistenverband kopiert und eingefügt.

Sehr geehrter Herr Prof. Sensburg,

in meiner Mail vom 22.10.2025 habe ich einen ähnlichen Vorschlag gemacht wie den, den sie jetzt veröffentlichen, Reservist bis zum 70. Geburtstag.

Haben sie da abgeschrieben?

Und kann ich jetzt als 74-Jähriger auch den Kriegsdienst verweigern?

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Rödiger

Sehr geehrter Herr Prof. Sensburg,

wegen den zu erwartenden Verlusten in Kriegsfall hätte ich einen Vorschlag zu machen:

Was meinen sie dazu?

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Rödiger

10. Leserbrief

Sehr geehrtes Team der NDS,

da ich 76 Jahre alt bin, dementsprechend das “Glück” habe, nicht zu den Betroffenen zu zählen (aber man weiß ja nie), kann ich über die derzeitigen Aussagen von Politikern trotzdem nur noch den Kopf schütteln.

Ich frage mich jedes Mal was in deren Köpfen vorgeht.

In welcher Blase leben die eigentlich?

Realitätsverlust scheint aktuell eines der Mindesvoraussetzungen zu sein, um in der Politik (oder den Medien) einen Posten zu bekommen oder ein Mandat zu ergattern.

Sind die wirklich der Meinung, dass es sie im Kriegs- oder Ernstfall, den sie stündlich prophezeien, nicht betrifft?

Oder ihr Mandat sie eventuell davor schützt??

Realitätsverlust

ist übrigens laut Wikipedia ein:

“psychischer Zustand, bei dem Betroffene temporär oder dauerhaft den Bezug zur Wirklichkeit verlieren und oft in einer eigenen “Parallelwelt” leben.”

Nebenbei bemerkt, da Kerosin gerade knapp wird, könnte es mit einer geplanten rechtzeitigen Absetzung eventuell nicht klappen.

Wenn sie unbedingt so kriegsgeil sind, warum gehen sie nicht in die Ukraine und verteidigen dort unsere Demokratie.

Und zwar sofort.

Einschließlich ihrer Familien und Verwandten.

Wer hindert sie daran.

Ich nehme an der Elfenbeinturm von dem sie ihren Nonsens aus verbreiten.

So konsequent ist ihre Solidarität scheinbar doch nicht.

Wessen Interessen vertreten die derzeitigen politischen “Eliten?” in Deutschland eigentlich?

Die, der sie wählenden Bürger, garantiert nicht.

Jedenfalls nicht des größten Teils.

Auf Grund meines Alters kann ich mich genau daran erinnern, dass es das alles schon mal gab.

Damals nannte man das “Volkssturm”.

Offiziell galt er nur für “Männer” von 16 bis 60.

Diese Altersgrenzen haben aber bei der “Verteidigung” nie gezählt.

Da waren zusätzlich nämlich auch noch die Pimpfe gefragt und mussten in den Flakstellungen Deutschland verteidigen.

Ich warte nur noch auf diesen Vorschlag von der Politik.

Das mit der damaligen fiktiven Begrenzung von 60 Jahren ist in dem aktuellen Vorschlag ja gleich nach oben mit bereinigt worden.

Nach unten kommt garantiert demnächst.

Also doch lernfähig??

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Korcz

11. Leserbrief

Hallo,

bis 70 arbeiten, dann ab in die Bundeswehr, dann sich möglichst schnell erschießen lassen…das spart Rente, co2, Energie, schafft Wohnraum, saniert das Gesundheitssystem…nur so retten wir unseren Wohlstand….

Gruß
T. Rath

12. Leserbrief

Ach, waren das noch Zeiten als die jeweilig Herrschenden an der Spitze ihrer Heere noch selber in den Kampf zogen…

DAS war vorbildlich! Delegieren kann jeder, aber wenn es wirklich brenzlig wird, sollte sich wahre Größe (!) zeigen.

Von unserem Leser W.-G.E.

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