Die Biennale di Venezia hat auch in ihrer 61. Ausgabe einiges zu bieten – unter anderem den österreichischen Beitrag von Florentina Holzinger, die 600.000 Euro aus Steuergeldern erhielt, um dort nackt im Urin zu schwimmen oder Tänze in einer „Kläranlage“ aufzuführen. Mit dabei ist SPÖ-Vizekanzler Andreas Babler, aus dessen Kulturressort die großzügige Förderung kam.
Babler verteidigt Fäkalien-Auftritt
Babler eröffnete am gestrigen Mittwoch den österreichischen Pavillon: Holzingers Projekt „Seaworld Venice“ sei „eine Arbeit, die bewusst irritiert und große Fragen aufwirft“, kommentierte er die fragwürdige Performance. Kunst habe „schon immer angeeckt, war widerspenstig, hat Grenzen aufgezeigt und eine Gesellschaft aufgerüttelt“. Darüber habe er auch in seiner Eröffnungsrede gesprochen, schrieb er auf Facebook. Die Biennale sei ein Ort internationaler Begegnung und erinnere daran, wie wichtig Kunstfreiheit und offene Debatten für eine demokratische Gesellschaft seien.
FPÖ sieht Beweis für schamlose Dekadenz der Regierung
Weniger Verständnis zeigte FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz und bezeichnete Bablers – ebenfalls steuerfinanzierte – Reise nach Venedig als einen „schamlosen Beweis für die Dekadenz dieser Verlierer-Ampel und einen offenen Rücktrittsgrund“. Da reise der Vizekanzler mitten in der Rekordteuerung und in einer Budgetkrise auf Kosten der Steuerzahler nach Venedig, um „eine 600.000-Euro-Steuer-Show im Riesen-Klo zu verteidigen“, und drücke „der Künstlerin auch noch ein Bussi auf“, zeigte er sich empört. Diese Reise sei „als Draufgabe zu den hunderttausenden Euro Steuergeld, die hier für Perversionen versenkt werden, ein klarer Rücktrittsgrund“, so der freiheitliche Mandatar, der sich auch am „lauten Schweigen zur falsch abgebogenen SPÖ der Arbeiterkammer“ und anderer „Interessensverräter“ störte:
Man stelle sich nur einmal vor, ein freiheitlicher Minister würde Steuergeld so versenken und sich obendrein mit irgendwelchen Bussi-Bussi-Freunderln während Pensionskürzungen und Teuerung im Ausland feiern lassen – in der Republik würde kein Stein auf dem anderen bleiben! Bei Babler aber drückt das System wieder einmal beide Augen zu.
Pensionisten und Familien leiden, linke Schickeria feiert
Das Ganze passt für ihn gut zur SPÖ-Kulturpolitik – es sei nicht der erste Skandal aus dem Hause Babler: „Während Pensionisten am Sozialmarkt anstehen und Familien jeden Cent umdrehen, finanziert dieser Vizekanzler-Darsteller eine immer abgedrehtere linke Schickeria“, kritisierte Schnedlitz. Das sei „der Endpunkt einer Partei, die einmal angetreten ist, die Arbeiter zu vertreten – und heute nur noch Bussi-Bussi mit Pinkel-Performern austauscht.“
Babler-Rücktritt und vorgezogene Neuwahlen
Er forderte Konsequenzen: Wer 600.000 Euro Steuergeld in einer Urin-Show versenke und dafür auch noch nach Venedig jette, habe im Amt nichts mehr verloren. Für ihn ist klar: „Babler muss zurücktreten.“ Es brauche „endlich vorgezogene Neuwahlen und einen Volkskanzler Herbert Kickl, der wieder Politik für die hart arbeitende Bevölkerung macht – nicht für eine abgehobene Kulturschickeria!“
Viel Geld für verstörende Kunst
In den letzten Jahren sorgten mehrere staatlich geförderte Kunstprojekte für für Verwirrung, darunter die Kulturhauptstadt Bad Ischl unter dem ehemaligen grünen Kulturminister Werner Kogler, die mit rund elf Millionen Euro unterstützt wurde und mit einem „Pudertanz“ der Choreografin Doris Uhlich eröffnete, bei dem nackte Körper in Puderwolken inszeniert wurden, sowie die Wiener Festwochen 2024 mit dem Projekt „Fotzenschleim-Power gegen Raubtier-Kaputtalismus“ von Mateja Meded, das ebenfalls für Kontroversen sorgte, wobei Kritiker insbesondere den Einsatz öffentlicher Gelder für provokative und sexualisierte bzw. polarisierende Darstellungen hinterfragten.