Ein internationales Expertenteam arbeitet weiterhin an der Rettung des geschwächten Wals „Timmy“, der trotz fehlender Nahrungsaufnahme stabil gehalten werden konnte.

Geplant ist der Transport mit einem speziellen Lastkahn und Netzsystem, das Wasseraustausch ermöglicht und eine schnelle Freilassung im Notfall erlaubt; Experten sehen das Tier inzwischen als transportfähig und haben der Aktion zugestimmt.

Die Einschätzung steht im Gegensatz zu früheren Gutachten, die von einem sterbenden Tier ausgingen, während der aktuelle Einsatz unter großem öffentlichen Interesse und intensiver medizinischer Versorgung fortgesetzt wird.

 

Hier unser aktueller Livestream:

 

Die aktuellen Entwicklungen am 27. April: 

 

Bergungskonzept für Wal angepasst: neue Strategie setzt auf Eigenbewegung und Gurtsystem

Die ursprünglich geplante Netzplane soll nach aktuellem Stand nicht mehr eingesetzt werden. Auch der Einsatz hydraulischer Winden wurde offenbar verworfen. Stattdessen hat sich das Konzept für die morgige Bergungsaktion weiter verändert.

Der absenkbare Lastkahn soll im Laufe des Nachmittags oder frühen Abends eintreffen und anschließend für den Einsatz vorbereitet werden. Parallel dazu laufen die letzten Arbeiten an der künstlich geschaffenen Rinne, die den Wal aus seiner flachen Mulde bis zur tieferen Schifffahrtsrinne führen soll.

Neu ist, dass der Wal den ersten Abschnitt der Strecke offenbar aus eigener Kraft zurücklegen soll. Der noch bestehende Damm zwischen Mulde und Rinne soll entfernt werden, sodass das Tier selbstständig in Richtung offeneres Wasser schwimmen kann.

Im weiteren Verlauf ist nun ein alternatives Gurtsystem vorgesehen, das unter dem Körper des Wals angebracht werden soll. Statt der ursprünglich geplanten Netzlösung sollen breite, belastbare Gurte eingesetzt werden, ähnlich wie in anderen internationalen Rettungseinsätzen. Mithilfe dieser Konstruktion und zusätzlicher Unterstützung durch Einsatzkräfte soll der Wal schließlich in den gefluteten Lastkahn geleitet werden.

Ziel des neuen Konzepts ist eine möglichst schonende, teilweise selbstständige Bewegung des Tieres in die Bergungsstruktur, unterstützt durch Teams am Rand der Rinne.

„Timmy“ deutlich stabiler: Experten berichten von verbessertem Zustand kurz vor geplanter Bergung

Nach aktuellen Beobachtungen zeigt sich der Zustand des Wals deutlich verbessert. Dr. Tönnies berichtet, dass Timmy lebhafter wirkt, sich besser bewegt und insgesamt einen vitaleren Eindruck macht als noch in den vergangenen Stunden. Bereits mehrfach wurde zuvor ein Wechsel zwischen ruhigeren Phasen und deutlich aktiveren Momenten festgestellt.

Nach Einschätzung vor Ort hängt dieses Verhalten auch mit äußeren Bedingungen wie Wasserstand, Wind und Sonne zusammen, auf die der Wal sensibel reagiert. Insgesamt überwiegt derzeit die positive Einschätzung: Das Tier wirkt stabiler und aufmerksamer, während die laufenden Vorbereitungen für die anstehende Bergung weiter fortgesetzt werden.

Schonende Bergung des Wals im Fokus: Transport unter möglichst geringer Belastung geplant

Vor Ort wird weiterhin intensiv über die schonendste Methode zur Bergung des Wals diskutiert. Experten betonen, dass möglichst wenig Stress für das Tier entstehen soll, da es bereits auf seine Umgebung reagiert und sich der Zustand stabil zeigt. Technische Hilfsmittel wie Netze und Hydrauliksysteme sollen den Wal während des Transports behutsam führen, ohne ihn unnötig zu belasten.

Frühere Versuche zur medizinischen Untersuchung mussten mehrfach abgebrochen werden, unter anderem wegen Wetterbedingungen und der schwierigen Position des Tieres. Auch weitere Eingriffe sollen nur erfolgen, wenn sie zwingend notwendig sind. Im Mittelpunkt steht nun der geplante Transport, bei dem der Wal möglichst ruhig in den vorbereiteten Lastkahn geleitet werden soll.

Tönnies: „Es fängt an ihm schlechter zu gehen“

„Es fängt an, ihm schlechter zu gehen“, sagte Dr. Kirsten Tönnies, Tierärztin des Rettungsteams, in ihrem aktuellen Pressestatement. Die Atemzüge seien inzwischen flacher geworden.

Auch die Mitarbeitenden schätzen die Lage so ein, dass Timmy die Zeit davonläuft und er nun dringend aus seiner Situation herausgeholt werden müsse. Auf menschlichen Kontakt reagiere das Tier weiterhin positiv. „Er sucht den Kontakt“, so Tönnies. „Er will nicht alleine sein. Und er kommuniziert und zeigt: ‚Ja, ich bin noch da.‘“ Die Reaktionen seien jedoch nicht mehr so intensiv wie zuvor.

Insgesamt sei der Zustand dennoch weiterhin so, dass die Rettung als erfolgversprechend eingeschätzt werde. Gleichzeitig dürfe es nun keine unnötigen Verzögerungen mehr geben.

Meeresbiologe bestätigt stabilen Zustand – Vorbereitungen für spektakuläre Wal-Rettung laufen auf Hochtouren

Der mexikanische Meeresbiologe Pedro Veranda, Teil des Expertenteams, bewertet den Gesundheitszustand des Wals weiterhin als stabil. Seiner Einschätzung nach ist das Tier transportfähig, sodass der geplante Bergungsversuch morgen wie vorgesehen starten kann.

Die Vorbereitungen konzentrieren sich aktuell auf den Einsatz eines speziellen Lastkahns sowie einer Netzplane, die unter dem Wal positioniert werden soll. Diese soll den Transport stabilisieren und später den geschlossenen, aber wasserzirkulierenden Aufenthalt im gefluteten Kahn ermöglichen. Offen bleibt weiterhin, wie genau die Netzkonstruktion unter dem Tier platziert und der anschließende Einzug mithilfe von Hydraulikwinden umgesetzt wird.

Parallel wurde die Zufahrtsrinne weiter verbreitert und trichterförmig an die tiefere Schifffahrtsrinne angepasst, damit der rund 55 Meter lange Lastkahn sicher manövrieren und bis in die Nähe des Wals gebracht werden kann. Dort soll er geflutet werden, bevor der Wal kontrolliert aufgenommen und anschließend gesichert wird.

Sondergenehmigung für Lastkahn: Netzsystem und Vorbereitung für mögliche Blutentnahme beim Wal

Die Rettungsaktion für den Buckelwal geht weiter: Für den Transport ist eine Sondergenehmigung vorgesehen, bei der die Ladebordwand des absenkbaren Lastkahns entfernt wird. Dadurch entsteht eine Öffnung, durch die der Wal in den gefluteten Kahn schwimmen kann. Hinter ihm wird ein Netz gespannt, das ein Zurückschwimmen verhindert und gleichzeitig den Wasseraustausch sicherstellt. Im Notfall kann der Kahn dadurch schnell wieder geöffnet werden, um den Wal freizulassen.

Das Netz wurde bereits in den Hafen von Wismar gebracht und soll dort zusammen mit dem eintreffenden Lastkahn vorbereitet werden. Parallel wird über einen weiteren Versuch einer Blutentnahme an der Rückenflosse entschieden, nachdem frühere Versuche wetterbedingt und dann aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden mussten. Die Analyse soll Aufschluss über Organfunktionen wie Leber und Nieren sowie mögliche Entzündungswerte geben.

„Big Bags“ angeliefert: Sandsäcke sollen Waltransport sicherer machen

Für den Transport von „Timmy“ wurden sogenannte „Big Bags“ angeliefert – große, mit Sand oder Kies gefüllte Kunststoffsäcke mit jeweils rund einem Kubikmeter Volumen. Sie werden im Lastkahn in zwei Reihen entlang der Seiten platziert, um den Innenraum gezielt zu verkleinern und das Verletzungsrisiko für den Wal zu reduzieren. Hintergrund: Der Wal ist etwa 3,20 Meter breit, während der Innenraum des Lastkahns rund 9,90 Meter misst.

Die „Big Bags sollen den Waltransport sicherer machen. Foto: Screenshot

Die „Big Bags sollen den Waltransport sicherer machen.

Spezial-Lastkahn „Robin Hood“ trifft in Wismar ein – Vorbereitung für Wal-Bergung läuft

Die für die Rettung von „Timmy“ vorgesehene Barge – ein tauchbarer Spezial-Lastenkahn – soll heute Abend gegen 18 Uhr im Wismarer Hafen eintreffen. Das 50 Meter lange und 13 Meter breite, nicht motorisierte Schiff wird dabei vom 900-PS-Schlepper „Robin Hood“ in den Hafen gebracht.

Die Barge ist über befüllbare Wassertanks an den Außenwänden höhenverstellbar und kann kontrolliert abgesenkt werden. Für die Bergung wird das Innere des Kahn zunächst geflutet, sodass der Buckelwal anschließend mithilfe einer um ihn gelegten Netzplane vorsichtig in den schwimmenden Hohlraum gezogen werden kann.

Im Anschluss wird die Öffnung des Lastkahns mit einem Netz verschlossen, um den sicheren Transport zu gewährleisten. Das dafür benötigte Netz wurde bereits per Lkw zum Hafen nach Wismar gebracht und dort für den Einsatz vorbereitet.

Experten äußern sich positiv

Der Buckelwal liegt derzeit stabil in einer eigens angelegten, durch ausgesaugten Sand entstandenen flachen Wanne im seichten Küstengewässer. Nach Angaben vor Ort beträgt die natürliche Wassertiefe in diesem Bereich normalerweise nur rund 60 Zentimeter. Dort wartet das Tier auf die für morgen geplante Bergungsaktion.

Zwei Meeresforscher sowie die Tierärztin Anne Herrschaft haben den Wal gemeinsam mit den Experten Sebastian Strand und Pedro Veranda untersucht. Sie berichten von einem stabilen Gesundheitszustand und bestätigten die Transportfähigkeit des Tieres. Zum Schutz vor Sonne und zur Feuchtigkeitsversorgung wurde der Wal zusätzlich mit Tüchern bedeckt.

Parallel laufen die Vorbereitungen für den Einsatz eines speziellen absenkbaren Lastkahns, der über einen Schlepper in die Bucht gebracht wird. Ein Netz, das als Ersatz für eine entfernte Ladebordwand dient, soll den Transport absichern und zugleich eine Notöffnung ermöglichen. Der Lastkahn soll noch am Abend eintreffen und im Laufe der Nacht für den Einsatz vorbereitet werden.

„Timmy“ laut Tierärtzinnen in stabilem Zustand

Zwei Tierärztinnen haben den Zustand des Wals vor Ort überprüft. Nach ersten Eindrücken wirkt das Tier stabil, die Versorgung läuft weiter, und die Lage wird weiterhin eng medizinisch begleitet.

Einsatz mit Lastkahn soll am Dienstag starten

Am Dienstag soll die groß angelegte Rettungsaktion für „Timmy“ beginnen. Ein Lastkahn wird eingesetzt, um das Tier sicher aus seiner aktuellen Lage zu befreien und in tiefere Gewässer zu bringen. Einsatzkräfte bereiten sich bereits auf den komplexen Transport vor.

Morgendlicher Besuch bei Buckelwal Timmy. 2.v.l. Tierärztin Anne Herrschaft, 3.v.l. Meeresbiologe Pedro Veranda, r. Meeresbiologe Sebastian Strand.

Foto: Matthias Kehrein/Epoch Times

Rettungsaktion für gestrandeten Wal: Vom Gutachtenstreit bis zum geplanten Transport mit Lastkahn

Update der letzten Tage: Die Rettungsaktion für den Wal entwickelte sich nach mehreren Gesprächen und Telefonaten zwischen Beteiligten und dem Umweltministerium in eine positive Richtung. Letztlich wurde ein eingereichtes Konzept befürwortet und eine Duldung für die Bergung erteilt, woraufhin ein Rettungsteam aufgebaut wurde. Damit begann vor etwa zwölf Tagen die aktive Phase der Aktion.

Der Wal selbst war bereits seit Anfang März an der deutschen Ostseeküste unterwegs und mehrfach gestrandet. Erste Rettungsversuche gab es in Timmendorf, wo er sich zeitweise wieder ins Wasser befreien konnte, später aber erneut strandete. Ende März wurde er in der Wismarer Bucht gesichtet und setzte sich schließlich Anfang April in der Kirchsee endgültig fest.

Nach einem früheren Gutachten, das den Zustand des Tieres als kritisch und einen Sterbeprozess beschreibend einstufte, hatte das Ministerium zunächst beschlossen, keine Bergung durchzuführen und eine Sperrzone einzurichten. Erst eine spätere Initiative führte dazu, dass ein neues Rettungskonzept entwickelt und schließlich genehmigt wurde.

Vor der letzten Strandung wurden bereits Maßnahmen zur Rettung vorbereitet, darunter das Ausbaggern einer Rinne mit Saugbaggern, um dem Tier einen möglichen Weg zurück ins tiefere Wasser zu schaffen. Tatsächlich nutzte der Wal einen erhöhten Wasserstand, um sich kurzfristig selbst zu befreien. Allerdings verlief die Orientierungshilfe für den Wal dabei nicht optimal, sodass das Tier nicht in die sichere Schifffahrtsrinne gelangte, sondern in eine Untiefe geriet und dort erneut strandete.

Für den nächsten Schritt ist nun der Einsatz eines Lastkahns geplant, mit dem der Wal geborgen und transportiert werden soll. Der genaue Ablauf ist für morgen geplant, steht aber noch aus. Weitere Abstimmungen und Informationen werden in Kürze erwartet.

Rettungskonzept hat Zustimmung erhalten

Das Rettungskonzept mit dem Lastkahn erhielt inzwischen Zustimmung, nachdem die beteiligten Experten vor Ort den Zustand des Tieres als stabil genug und transportfähig eingeschätzt haben. Der Wal zeigt demnach noch Reaktionen, etwa auf die Annäherung von Menschen, und seine Vitalfunktionen wie Atemfrequenz wurden als ausreichend beurteilt. Dadurch wurde für die Rettungsaktion faktisch „grünes Licht“ gegeben.

Das steht im deutlichen Kontrast zu einer früheren Einschätzung durch ein vom Ministerium beauftragtes Gutachten (unter anderem durch das ITAV und das Deutsche Meeresmuseum). Dort war man von einem schwer kranken Tier ausgegangen, das sich in einem Sterbeprozess befinde. Deshalb wurde ursprünglich von einer Bergung abgeraten und eine Sperrzone eingerichtet, da ein Eingriff als potenziell tödlich eingeschätzt wurde.

Die aktuelle Rettungsinitiative kam später durch den Unternehmer Walter G. zustande, der eine erneute Bergung anregte und dafür auch öffentlich Unterstützung mobilisierte. Viele eingereichte Vorschläge führten schließlich dazu, dass ein neues Konzept geprüft und umgesetzt wurde. Trotz anfänglicher Ablehnung durch das Umweltministerium wurde das Vorhaben nach weiteren Entwicklungen und Einschätzungen der Experten vor Ort wieder aufgenommen.

Die Helfer hatten wieder einen intensiven Einsatztag.

Foto: Matthias Kehrein/Epoch Times

Rettungseinsatz beim Wal: Pflege, medizinische Untersuchungen und Expertenbewertung laufen weiter

Ein Überblick zum gestrigen Einsatz: Eine geplante Blutabnahme konnte nicht erfolgreich durchgeführt werden. Ein erster Versuch, Blut an der Finne zu entnehmen, um die Organfunktionen wie Leber und Nieren sowie mögliche Entzündungen zu überprüfen, blieb ohne Ergebnis. Ein erneuter Versuch ist für heute vorgesehen.

Weiterhin wurde der Wal regelmäßig mit Wasser benetzt, um die Haut feucht zu halten. Bei starker Sonneneinstrahlung legte man zusätzlich Tücher auf den Rücken, da die Haut sehr empfindlich ist und noch einige offene, aber heilende Wunden vorhanden sind. Zum Schutz dieser Bereiche wird zudem Zinksalbe verwendet, von der insgesamt etwa neun Kilogramm angefertigt wurden und die schrittweise aufgetragen wird, um die Haut vor Sonne zu schützen.

Mehrere Walexperten äußerten sich positiv über den Zustand und die Rettungsaktion. Insgesamt sind fünf Fachleute beteiligt, darunter drei amerikanische Spezialisten aus Island mit Erfahrung in einem Meerestier-Reservat. Jeff Foster hob seine jahrzehntelange Erfahrung hervor und betonte den starken Überlebenswillen des Tieres. Auch der mexikanische Meeresbiologe Pedro Verenda zeigte sich beeindruckt und engagiert. Beide sehen die Rettungsaktion positiv. Zudem äußerte sich auch die Tierärztin Kristin Tönnis im Rahmen des Teams.

Einer von vielen Menschen direkt am Wal: Minister Backhaus fasste das geschwächte Tier am Sonntag an.

Einer von vielen Menschen direkt am Wal: Minister Backhaus fasste das geschwächte Tier am Sonntag an.

Geplanter Spezialtransport von Timmy dem Wal: Herausforderungen und Maßnahmen

Im Fall von Timmy steht nun ein komplexer und sorgfältig geplanter Transport bevor. Für den Transport des Wals wird ein spezieller Lastkahn mit einem Netzsystem eingesetzt. Das Netz soll verhindern, dass der Wal entkommt, gleichzeitig aber den Wasseraustausch ermöglichen, damit er nicht dauerhaft im selben Wasser verbleibt. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Netz im Notfall schnell entfernt werden kann, um das Tier wieder freizulassen.

Der Lastkahn ist etwa 50 Meter lang und 13 Meter breit, bietet also zwar Platz, bleibt für ein wildes Tier aber dennoch ein beengter Raum. Unklar ist noch, wie der Wal auf diese Situation reagieren wird und ob das Verladen problemlos gelingt.

Zur Unterstützung wurde dem Tier bereits eine Mischung aus Wasser, Salz und Glukose gegeben, um den Elektrolythaushalt und die Energieversorgung zu stabilisieren, da es nicht selbst Nahrung aufnehmen kann.

Umweltminister Till Backhaus (im gelben Anzug) macht sich vor Ort ein Bild.

Foto: Matthias Kehrein/Epoch Times

Wal vor Poel – diese Woche Abtransport per Lastkahn?

Vor fast einem Monat ist der Buckelwal vor der Insel Poel bei Wismar gestrandet. Diese Woche soll Schiffstechnik den Abtransport des lebendigen Tiers ermöglichen. Ein Lastkahn, der den großen Meeressäuger samt Wasser aufnehmen soll, erreichte auf seinem Weg in die Wismarbucht bis zum späten Sonntagnachmittag aus der Elbe kommend den Nord-Ostsee-Kanal. Vom Schubboot „Hans“ geschoben kam die sogenannte Barge in der Nacht zu Montag in Kiel an.

Nach einigen weiteren technischen Vorbereitungen an dem Lastkahn, einer sogenannten Barge, die in Wismar erfolgen sollen, war der eigentliche Abtransport des Wals zuletzt frühestens für Dienstag geplant.

Seit dem Start der Rettungsbemühungen der privaten Initiative Mitte April kam es wiederholt zu Verzögerungen und Planänderungen – unter anderem, weil der Wal sich vor einer Woche nach einem Ansteigen des Pegels selbst in Bewegung gesetzt hatte, später aber wieder festsaß.

Seitdem hat das Team der privaten Initiative dafür gesorgt, dass das Tier auch bei niedrigeren Wasserständen tiefer im Wasser liegt, und eine Rinne bis zur tieferen Fahrrinne gebaggert, gesaugt und gespült.

Durch die mehr als 100 Meter lange Rinne soll der Wal in den absenkbaren Kahn gelotst werden. Das stählerne Becken soll dann von einem Schlepper gezogen in die mehr als 400 Kilometer entfernte Nordsee starten.

Am Sonntag wurde erneut an der Rinne gearbeitet und der Zustand des Wals kontrolliert. Dabei war auch Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) ins Wasser und auf Tuchfühlung gegangen. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagte er am Sonntag. „Ich hoffe, dass diese Mission dann irgendwann, möglichst bald, zu Ende ist, und zwar mit Erfolg.“

Der laut Backhaus rund vier bis sechs Jahre alte Walbulle war Anfang März erstmals in der Ostsee gesehen worden: Am 3. März tauchte er im Hafen von Wismar auf; später saß er weiter westlich vor Timmendorfer Strand (Schleswig-Holstein) fest. In den mehr als 50 Tagen seither lag er zu deutlich mehr als der Hälfte der Zeit in Flachwasserzonen. Experten vermuten, dass er sie gezielt immer wieder aufgesucht haben könnte, weil er schwer erkrankt Ruhe suchte.

Mit Material der Nachrichtenagenturen



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