Was würde ein Hoteldirektor vom alten Schlag machen, der auf Handwerk setzt statt auf Haltung, wenn in seinem Hotel eklatante Mängel aufgetreten wären? Richtig – er hätte sich sofort daran gemacht, diese zu beheben. Mit Herz und Seele. Was macht ein neudeutscher Hoteldirektor, der auf Haltung setzt und für AfD-Hausverbote wirbt? Statt den Pinsel in die Hand zu nehmen, sinniert er darüber, wie er die Welt durch die richtige Gesinnung rettet und seine Gäste und Kollegen moralisch auf Linie bringt.

Er rettet lieber die Zivilisation im Netz, als die Jalousie im Zimmer 406. So geschehen im Falle von Zeev Rosenberg, dem Direktor des Berliner Luxus-Hotels „Das Stue“, an dessen Eingang die Regenbogenfahne klebt – quasi als moralischer Schutzschirm gegen die eigene operative Unfähigkeit. Der Mann ist ein Robert Habeck des Gastgewerbes: Außen glänzt die noble Rhetorik der „Werte“, innen verrottet die Substanz unter dem Diktat der Inkompetenz.

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Offene Platinen, seit Jahren defekte Jalousien, fehlende Puffer an den Toilettensitzen, Flecken über Flecken an Wänden und Teppichen – all das scheint Rosenberg weniger zu interessieren als die richtige Gesinnung. Am Samstag ist mein Artikel über die Zustände in Rosenbergs sehr teurem Hotel erschienen, der breite Resonanz erzeugte (siehe hier). Auch das Video wurde bereits 66.000 Mal abgerufen (siehe hier).

Die Reaktion Rosenbergs? Einen Tag später publiziert er auf LinkedIn einen Text, der mich zunächst sprachlos machte – und dann zum Lachen brachte. Als Illustration wählte er ein KI-Bild, das alles sagt: Pyramiden, Weltmächte, Indiana Jones (siehe oben). Die Jalousien klemmen noch – dafür wird Hochglanz gepostet. Es ist das schriftliche Zeugnis einer totalen Realitätsverweigerung. Er klingt wie eine Selbstparodie, ohne dass der Autor es merkt. Wie wir das aus Politik und Medien nur allzu gut kennen.