Ein 27-jähriger Tunesier, identifiziert als Dhafer M., ist in Frankreich wegen des Verdachts angeklagt worden, einen dschihadistisch motivierten Anschlag auf das Musée du Louvre in Paris sowie Angriffe auf die jüdische Gemeinschaft geplant zu haben. Bei einer routinemäßigen Kontrolle Anfang Mai entdeckten Polizeikräfte auf seinem Mobiltelefon Hinweise auf extremistische Inhalte. Nach der Sicherstellung des Geräts wurde der Migrant am Montag einem Richter vorgeführt und in Untersuchungshaft genommen.

Zahlreiche Beweise für islamistische Terror-Pläne

Nach Angaben der Ermittler befanden sich auf dem Mobiltelefon zahlreiche Propagandavideos, Fotos von Schusswaffen und Messern sowie Nachrichten mit ausländischen Kontakten, die mutmaßlich Verbindungen zu dschihadistischen Gruppen aufweisen könnten. Darüber hinaus wurden Videoaufnahmen des Außengeländes des Louvre sowie dokumentierte Recherchen gefunden, darunter Suchanfragen zu Bauanleitungen für Sprengstoffe und chemische Substanzen. Einige dieser Recherchen sollen Medienberichten zufolge mithilfe von ChatGPT durchgeführt worden sein.

Die Pariser Anti-Terror-Staatsanwaltschaft (PNAT) leitete daraufhin ein Ermittlungsverfahren wegen Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung mit Tötungsabsicht ein. Der Fall wurde an die Generaldirektion für innere Sicherheit (DGSI) sowie an die Anti-Terror-Abteilung der Kriminalpolizei übergeben. Diese prüfen derzeit die Auslandskontakte des Beschuldigten und mögliche Unterstützernetzwerke.

Wollte Tunesier sich dem IS anschließen?

Zudem gehen die Ermittler Hinweisen nach, wonach der Verdächtige eine sogenannte „Hijra“ erwogen haben soll, also die Ausreise, um sich den Reihen des sogenannten Islamischen Staates in Syrien oder Mosambik anzuschließen. Der Beschuldigte bestreitet laut Vernehmungsprotokollen jegliche terroristische Absichten und erklärte, seine Internetrecherchen seien aus reiner Neugier erfolgt. Die Ermittlungen dauern an; weitere Anklagepunkte sind möglich, falls neue Beweise auftauchen.

In den vergangenen Monaten kam es zu mehreren Festnahmen im Zusammenhang mit mutmaßlich geplanten Anschlägen. Gleichzeitig registrierten die Behörden einen Anstieg antisemitischer Vorfälle, was die Sicherheitsdienste zusätzlich in Alarmbereitschaft versetzt hat.

Tunesier war illegal im Land

Berichten zufolge war der 27-Jährige bereits 2022 über die italienische Insel Lampedusa nach Europa eingereist und lebte zum Zeitpunkt seiner Festnahme ohne gültigen Aufenthaltsstatus in Frankreich. Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass im Zusammenhang mit seiner Festnahme weitere unmittelbare Anschlagspläne umgesetzt oder zusätzliche Personen festgenommen wurden. Die Ermittlungen konzentrieren sich derzeit insbesondere auf die Auswertung verschlüsselter Nachrichten und Telefonverbindungen, um mögliche Netzwerke aufzudecken.



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