Für den bei Wismar gestrandeten Buckelwal hat ein neuer Rettungsversuch begonnen. Umgesetzt werden soll das Konzept von einer privaten Initiative, die für die Aktion laut Umweltministerium die Verantwortung trägt.

Ohne die Aktion werde der Wal in jedem Fall sterben, hatte MediaMarkt-Gründer Walter Gunz gesagt. „Wenn man was versucht, dann hat man zumindest die Chance, dass man ihn rettet.“

Die aktuellen Entwicklungen:

 

Taucher sind nun beim Wal

Sechs Personen sind langsam zum Wal vorgedrungen, das Wasser ist rund 1,40 Meter tief. Mindestens ein oder zwei davon sind Taucher. Ziel ist, eine Plane unter den Wal zu legen. Möglicherweise muss dazu vorher noch Schlick weggespült werden, dafür wird nun die Lage sondiert.

Deutsche Bürokratie hat laut Walter Gunz zu den morgendlichen Verspätungen geführt. Laut dem MediaMarkt-Gründer gab es im Ministerium anscheinend Verzögerungen wegen der Teilnahme einer Tierärztin, die mit zum Rettungsteam gehört. 

Auch zur geplanten Schlick-Abspülung gab es Unstimmigkeiten mit den Behörden. 

Walrettung, Helfer und Taucher bereiten die Rettungsaktion vor.

Foto: Matthias Kehrein/Epoch Times

Alle paar Minuten hört man ein lautes Atmen

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Die Arbeiten haben begonnen. Es ist nicht direkt erkennbar, was die Rettungsteams tun. Es wurde gesagt, dass die Taucher innerhalb der nächsten Stunde zum Wal gelangen werden.

Am Ufer und in der Bucht hat die Polizei weiträumig alles abgesperrt. Pressevertreter kommen etwas näher heran als Schaulustige, doch es bleiben mindestens 500 Meter Abstand zum Wal. Zahlreiche TV-Teams, darunter auch CNBC, sind vor Ort.

Unsere Reporter berichten von idealem Wetter, es ist bedeckt und trocken. Die Sonne kommt gelegentlich hervor – der Wal hingegen sei zu hören, wie er laut atmet – und zu sehen, wenn er Fontänen bläst.

Die Rettung soll behutsam stattfinden

Aktuell ist wenig zu sehen, die ersten Arbeiten haben begonnen. Die Verantwortlichen halten sich bedeckt, wie die Aktion vorankommt. Geplant ist ein langsames, behutsames Vorgehen.

Wenn ein Schritt erfolgreich umgesetzt ist, möchte man erneut vor die Presse treten. Umweltminister Till Backhaus ist vor Ort, um sich selbst ein Bild von der Lage zu machen.

Backhaus hofft, dass die Rettungsaktion erfolgreich ist. Sollte es jedoch eine Gefährdung der Gesundheit des Wals geben, so kündigt er an, auch die Aktion abbrechen zu lassen.

Backhaus: Wal atmet relativ stabil alle 2 bis 5 Minuten

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus sagt im Hafen von Kirchdorf: „Wir werden die Maßnahmen sehr genau begleiten, kontrollieren und überwachsen.“ Die Abstimmungen laufen, es wird besprochen, welche Maßnahmen heute beginnen soll.

Der Vorschlag, der nun umgesetzt werde, sei sehr intensiv durch mehrere Abteilungen des Ministeriums geprüft worden.  „Er lebt und regt sich. Wir glauben, dass er eine Chance hat und diese wollen wir nutzen.“ Das Vorhaben sei minimal invasiv und keine Schädigung des Tieres.

„Er atmet relativ stabil alle 2 bis 5 Minuten.“ Er fügt an, „Wir nehmen natürlich auch zur Kenntnis, das er abbaut. Das ist ein kranker Patient, ein schwerkranker.“ Nun müsse es darum gehen, ob das Konzept, das von Dritten vorgelegt worden ist, wirklich gelingt.

Backhaus hofft, dass der Belugawal vor Flensburg nicht auch noch gerettet werden muss und von selbst seinen Weg ins offene Meer findet.

Der Umweltminister deutete an, dass das von Bund und den Küstenländern getragene Havariekommando eine Einheit gründen könnte, die sich auch um Wale und gestrandete Tiere kümmert.

Einsatzplan wird besprochen

In der Bucht vor Pohl sind Polizeiboote zu sehen, die die Lage absichern. Derzeit wird der Einsatzplan vor Ort besprochen. Umweltminister Backhaus trat vor die Presse. Das Team der Bergungstaucher ist auch eingetroffen.

Der Livestream von NEWS5 auf YouTube, bei dem die Walrettung verfolgt werden kann, hat einen neuen Link: Livestream. Die Rettung des Wales scheint viele Menschen zu interessieren und liegt derzeit bei über 25.000.

Belugawal in der Flensburger Förde

Ein weiterer Wal hat anscheinend den Weg in die Flensburger Förde gefunden – ein Belugawal. Der weiße Wal wurde zuletzt bei Ekensund (Dänemark) gesichtet.

Belugawale sind normalerweise in arktischen und subarktischen Gebieten heimisch und werden bis zu sechs Meter lang. Der dänische Walforscher Carl Christian Kinze geht laut dem Medium „Nordschleswiger“ davon aus, dass der Wal selbst wieder zurück ins offenere Meer findet.

Unsere Reporter vor Ort berichten, dass sich zunehmend Zuschauer einfinden. Auch die Polizei ist vor Ort. Weiterhin sind Walfachleute wie Sergio Bambarèn eingetroffen, die mehr Erfahrungen mit Walen haben als Ostseeanreianer.

Ebenso ist Till Backhaus, Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, angekommen.

Heute um 8 Uhr soll eine neue Rettungsaktion für den Wal beginnen. Hinter dem Konzept stehen neben dem Media-Markt-Gründer Gunz die Unternehmerin Karin Walter-Mommert, die aus dem Pferdesport bekannt ist.

Nach Angaben von Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) ist geplant, Luftkissen unter das Tier zu bringen und es schonend anzuheben.

Dazu soll Schlick unter ihm weggespült werden. Der Wal solle dann auf einer Plane zwischen zwei Pontons gelagert und transportiert werden. Gehe alles gut, könne der Abtransport morgen beginnen, sagte Backhaus.

Schlepper soll Pontons ziehen

Backhaus gab gestern grünes Licht für das neue Rettungskonzept, das vorsieht, den Wal lebend zu bergen und bis in die Nordsee und gegebenenfalls in den Atlantik zu bringen. „Insofern tritt jetzt eine neue Situation ein“, sagte Backhaus. Er sei zwar noch vorsichtig, aber „doch ziemlich glücklich“.

Den Angaben zufolge soll der Bereich unter den Brustflossen des Wals, den Flippern, zunächst freigespült werden. Anschließend soll das Tier mit Hilfe von Luftkissen angehoben und eine Plane unter das Tier geführt werden.

Auf dieser zwischen zwei Pontons gespannten Plane soll der Wal dann abtransportiert werden. Ein Schlepper soll die beiden Pontons ziehen. Dieses ambitionierte Vorhaben sei in seiner Form nach seiner Kenntnis einzigartig, sagte Backhaus.

„Er ist nicht aktiv, er ist erst recht nicht agil, aber er zeigt, dass da Leben noch drinsteckt“, sagte auch Backhaus nochmals. „Er hat sicher schwere Schäden, das ist so.“ Aber vielleicht gelinge die Rettung dennoch.

Die Verantwortung für die Aktion liege komplett bei den Initiatoren, betonte Backhaus, auch finanziell. „Die haben unser Haus komplett freigestellt.“

Bei YouTube gibt es unter anderem einen Livestream von NEWS5, der einen Blick auf den Wal ermöglicht.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier möchte sich heute in Stralsund mit Experten über den Wal austauschen. Steinmeier führt seine Amtsgeschäfte diese Woche drei Tage lang von Stralsund aus – als 18. Station der Reihe Ortszeit Deutschland, mit der der Bundespräsident Eindrücke abseits der Metropolen sammeln will.

Seit dem 31. März liegt der Buckelwal in etwa 1,50 Meter Wassertiefe vor Poel.

Mit Material der Agenturen





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