Freie Presse: Empfinden Sie Youtube als demokratisch? In vielen Reactions merkt man ja schon, dass sich ein Großteil der Nutzer auch kritisch und offen mit Inhalten auseinandersetzt …

Karasch: Youtube ist letztlich ja nur so erfolgreich, weil man gut mit Gleichgesinnten in den Austausch kommt. Als ich bei “7 vs wild” die abgetrennten Haiköpfe auf der Insel gefunden habe, hat Marc Robert Lehmann direkt eine Spendenaktion für Artenschutz gestartet, und es sind in ein paar Stunden mehrere 100.000 Euro zusammengekommen. Das ist schon ziemlich einmalig. Wenn man etwas Gutes bewirken will, ist Youtube eine super Plattform! Wenn ich für Kooperationen angefragt werde, dann sage ich immer ganz klar, dass da eine bestimmte Summe in meine Spendenbox gepackt werden muss, und einmal im Jahr entscheide ich dann mit der Community, was mit dem Geld gemacht werden soll.

Freie Presse: Das kann allerdings auch an einem seidenen Faden hängen, wie man kürzlich bei “JP Performance”, einem der erfolgreichsten deutschen Kanäle, gesehen hat: Der wurde gehackt und ist erst einmal gelöscht, jahrelange Arbeit scheint einfach verschwunden. Macht Ihnen als Youtuber sowas Angst?

Karasch:  (überlegt) Nein. Sowas kann immer passieren, ich bin nicht angstgetrieben. Kurz nach Weihnachten wurde mir zum Beispiel mein Macbook aus dem Auto geklaut. Das führt bei mir nicht mal zu einem erhöhten Puls. Ich entwickel da einfach keinen Groll, ich bin einfach ein grundweg positiver Mensch!

Freie Presse:  Kann man das lernen? Atmen Sie das weg? Oder sind Sie echt so tiefenentspannt?

Karasch: Ich weiß nicht woran das liegt. Ich habe als Soldat viele Entbehrungen erlebt in Einsätzen, das spielt sicher eine Rolle. Aber ich kann nicht sagen, ob das daher kommt. Vielleicht liegt es daran, dass ich sehr bodenständig aufgewachsen bin mit einem wirklich guten Umgangston. Mich aus der Reserve zu locken ist wirklich schwer. (lacht)

Freie Presse: Pflegen Sie diesen auffallend guten Ton deswegen auch generell in Ihrer Kommunikation?

Karasch: Ich biete mit meinen militärischen Inhalten natürlich Angriffsfläche, aber mir ist es immer wichtig, einen freundlichen Ton zu behalten. Ich habe auf Instagram auch schon sehr beleidigende Nachrichten bekommen so nach dem Motto: Bundeswehr, alles Rechte und Mörder! Das habe ich dann aber nicht ignoriert, sondern eine Konversation aufgenommen und zurückgeschrieben: Hey. lass uns mal reden, du kennst mich doch gar nicht, Ich bin zum Beispiel mit einer Frau verheiratet, die nicht aus Deutschland kommt. Das hat dann dazu geführt, dass das gegenüber sagte: “Hey, tut mir leid, das war nicht meine Absicht. Ich hatte einen schlechten Tag!” Ich versuche, das auf eine menschliche Weise zu klären. Wenn man in Ruhe diskutiert und redet, kann man eine Menge ausräumen heutzutage!

 

Zur Person Ottogerd Karasch wurde am 16. Dezember 1982 geboren. Nach der Schule verpflichtete er sich 2002 für zwölf Jahre zur Bundeswehr, wo er als Fallschirmjäger in Afghanistan stationiert wurde und in Kundus, Masar-e Scharif und Kabul an mehreren Kampfeinsätzen beteiligt war. Als Oberfeldwebel wurde ihm 2009 für besondere Verdienste das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold verliehen.2005 gründete er eine Firma, die amerikanische Spezialitäten nach Europa importiert. Aktuell ist er Geschäftsführer der US Supermarket GmbH und engagiert sich für die Verbreitung des American Football hierzulande. Bekannt ist Karasch vor allem durch seinen Youtube-Kanal, auf dem er Survival-Themen vorstellt.
 » www.bulletproof.de

 

 



Quelle Link

Von Veritatis

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

1 × eins =