Seit 20 Jahren covern die “Engel in Zivil” die Lieder der Deutschrock-Phänomens. Im Podcast erzählen die Musiker, warum die Liebe zu der Band aus Frankfurt so tief in ihrer Heimat wurzelt

“Etwa Kultur muss sein”.

Das hat es in der deutschen Musiklandschaft nie zuvor und seither auch nicht wieder gegeben: Als die Böhsen Onkelz im Jahr 2005 mit dem Mega-Festival “Vaya Con Tioz” (eine spanische Abwandlung der mexikanischen Redensart “Gehe mit den Göttern” zu “Geh mit den Onkelz”) auf dem Lausitzring vor rund 150.000 Besuchern offiziell ihre Karriere beendeten, hinterließen sie ein ähnliches Loch in der Kultur wie die Braunkohlebagger in der dortigen Landschaft: Die Band, die seit der 1991 erschienenen Platte “Wir ham’ noch lange nicht genug” für jedes Album Gold oder Platin einfuhr, hatte abseits des Mainstream die größte Hardcore-Fanbasis aufgebaut, die wohl je einen deutschen Künstler unterstützte. Anders jedenfalls ist nicht zu erklären, warum in den Folgejahren ganze Heerscharen von Coverbands, die sich allein dem Œvre der Onkelz widmeten, auf so ungebrochene Begeisterung stießen: Für viele Größen von Pink Floyd bis Helene Fischer, von Rammstein bis Rod Stewart gibt es derartige Tribute-Künstler.

Aber nur für Onkelz-Coverbands konnte sich mit dem 2006 gegründeten G.O.N.D. (Steht für “Größte Onkelz-Nacht Deutschlands) ein eigenes Festival etablieren, das selbst bis zu 20.000 Menschen lockt. Nach wie vor übrigens – obwohl die Originale im Jahr 2014 das Wort “entgültig” neu interpretierten und mit einem fulminanten Comeback (200.000 Besucher sahen die Live-Wiederauferstehung der Böhsen Onkelz in Hockenheim) ihre Laufbahn wieder aufnahmen. “Bands wie wir haben mitgeholfen, diese Lücke zu überbrücken”, sagt Holger Rockstroh. Der Erzgebirger ist Bassist der “Engel in Zivil”: “Wir sind Fans und haben das Feuer für die Leute erhalten.” Die 2002 gegründete Band aus Ehrenfriedersdorf gehört, dem frappierend authentischen Organ von Sänger Dirk Wölfl sei Dank, zu den
beliebtesten Böhse-Onkelz-Coverbands – in ihrer Heimat sowieso, aber auch darüber hinaus.

Im Erzgebirge (wie in vielen ostdeutschen Regionen) spielt die Leidenschaft für die Böhsen Onkelz eine besondere Rolle. Warum das so ist, erklären Rockstroh und Wölfl in der neuen Folge des Podcasts “Etwas Kultur muss sein”. Etwa, dass der eigentliche Karrierestart der Band aus Frankfurt (Main) mit der Wende zusammenfiel: Die Onkelz, bis dato als Skinhead-Band durchaus negativ auffällig, sagte sich von dieser Szene los und besetzte mit derb betextetem deutschsprachigen Metal eine Nische; Trotz-Songs wie “Nichts ist für die Ewigkeit” oder “Nur die Besten sterben jung” trafen viele bodenständige Fans im Mark. Dass den Onkelz (nach oft oberflächlicher Betrachtung!) diese Neuausrichtung trotz entsprechender Bekenntnisse im Mainstream oft nicht geglaubt wurden, verstärkte den Identifikations-Faktor für viele Ossis, die derlei Ablehnung gut kannten. Im Podcast erklären die erzgebirgischen Musiker daher genau, was diese Faszination bedeutet!

Der Podcast In der neuen Folge “Etwas Kultur muss sein” erzählen die Engel in Zivil von
einer unzerbrechlichen Begeisterung. Zu finden ist die Folge auf allen Podcast-Plattformen!

www.freiepresse.de/ekms

www.engelinzivil.de



Quelle Link

Von Veritatis

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

vier × vier =