Österreich zahlt Millionen Euro Hilfsgelder nach Afghanistan, wo ein 84-jähriger Österreicher in einem Guantanamo-ähnlichen Gefängnis gefoltert und festgehalten wird. Das kam heute, Freitag, bei einer Pressekonferenz mit dem FPÖ-Nationalratsabgeordneten Martin Graf und der Tochter des von den Taliban verschleppten Herbert Fritz zutage.

Brite schildert dramatische Zustände

Dramatischer hätte eine Pressekonferenz gar nicht beginnen können. Kevin Cornwell, ein Ex-Zellengenosse von Fritz, der von der britischen Regierung befreit werden konnte, schilderte in einer Videobotschaft die katastrophalen Haftbedingungen in Kabul. Die Zelle würde einer Tiefgarage ähneln, es gebe kein Tageslicht, kein Fenster und keine Belüftung im Raum. In der schlimmsten Umgeben, die man sich nur vorstellen könne, gebe es Mangel an ausreichender Ernährung, benötigt jemand eine Toilette, müsse er das in einen Kübel oder in eine Limonandenflasche tun. „Alles sehr erniedrigend“, sagt Cornwell in dem Video. Man müsse öffentlichen Druck ausüben, um Fritz, der eine Reihe von gesundheitlichen Beschwerden hat, zu befreien.

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260 Tage in Gefangenschaft

Sigrid Kappl, die Tochter von Fritz, berichtete, dass sich ihr Vater bereits 260 Tage in dieser Situation befindet. Er sei in den Fängen des Taliban-Regimes, ohne Anklage, ohne Verurteilung. Zuletzt konnte sie am 30. Jänner kurz mit ihrem Vater telefonieren, „da habe ich den Eindruck bekommen, dass es ihm sehr, sehr schlecht geht“.

Schallenberg ignoriert politische Geisel

Martin Graf, Mitglied des parlamentarischen Menschenrechtsausschusses, prangerte das Versagen österreichischer Behörden rund um die Befreiungs-Versuche des 84-jährigen Österreichers an. Graf nahm vor allem ÖVP-Außenminister Alexander Schallenberg in die Pflicht, der sich seit sieben Monaten beharrlich weigere, einen Gesprächstermin zu dieser Causa mit ihm zu vereinbaren. Eine parlamentarische Anfrage vom 13. Dezember mit der Bitte um dringende Beantwortung sei bis dato nicht bearbeitet worden. Ein Brief der Taliban an Schallenberg mit „erfüllbaren Forderungen“ werde vom Außenminister seit Monaten ignoriert.

Botschaft schließen und Hilfsgelder einfrieren

Graf glaubt, dass bei Fritz Gefahr in Verzug sei. Er vermutet, dass das Hörgerät des 84-jährigen kaputt ging, als er von Schergen des Regimes geschlagen worden war. Graf stellte daher fünf konkrete Forderungen an die österreichische Bundesregierung:

Es muss endlich ein Krisenstab eingesetzt und direkte Verhandlungen mit Afghanistan aufgenommen werden. Dazu braucht es offiziell einen Unterhändler, um die Freilassung des Österreichers zu verhandeln. Weiters fordere ich die Schließung der afghanischen Botschaft in Österreich und das Einfrieren der Hilfsgelder für Afghanistan bis zur Freilassung der Geisel.

Hier lesen Sie, wie Dr. Herbert Fritz, der stets für die Selbstbestimmung der Völker eintrat und darüber zahlreiche Bücher geschrieben hat, in die Fänge der Taliban geraten ist.



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Von Veritatis

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