Über die Probleme mit der Rechtschreibung an unseren Schulen ließen sich ganze Aktenordner füllen. Schon 2023 wurde bekannt, dass jeder dritte Drittklässler in Berlin kaum lesen und schreiben kann. Die zuständigen Kultusminister der Länder haben sich inzwischen entschieden, Rechtschreib-Fehler bei Prüfungen nicht mehr wie früher zu zählen (siehe hier).

Und als ob das Orthographie-Elend an den Schulen nicht so schon schlimm genug wäre, werden den Schülern jetzt noch mit dem Gendern zusätzliche Steine in den Weg gelegt. Denn nicht nur Erwachsene, die nicht der rot-grünen Ideologie verfallen sind, fremdeln mit dieser politischen Vergewaltigung der Sprache. Für Kinder macht sie das Lernen noch viel schwieriger.

Was eine Schulleiterin der Osterfeldschule im Nordrhein-Westfälischen Lünen berichtet, ist mehr als alarmierend. Die Lehrer an ihrer Schule versuchten, den Grundschülern das Gendern beizubringen. Doch der Versuch ging nach hinten los: Die Schüler sprachen auf einmal von „Tischin“, „Stuhlin“ und „Plakatin“.

Wie Schulleiterin Iris Lüken den „Ruhr Nachrichten“ erzählte, musste das Experiment in der Schule mit 300 Schülern daraufhin abgebrochen werden. Ganz verzichten wollen die Lehrer auf das ideologische Gedöns aber nicht. Sie sind jetzt dazu übergegangen, Doppel-Formen wie „Schülerinnen und Schüler“ oder  „Lehrerinnen und Lehrer“ zu nutzen.

„Eigentlich ist das doch nur eine kleine Anekdote, das ist schon mehrere Jahre her“, beschwichtigte die Schulleiterin im Gespräch mit der „Bild“. Doch der Bericht der „Ruhr Nachrichten“ über das Gender-Experiment vom Jahr 2021 hatte gravierende Folgen: Es gab gleich zwei Dienstaufsichtsbeschwerden gegen die Schulleiterin von aufgebrachten Bürgern.

Konkret hatte bei dem Versuch eine Referendarin das Gendern „in den Schulalltag eingebracht“, wie es in dem Bericht heißt, und mit diesem „Engagement das zunächst genervte Kollegium angesteckt“. Sie sei nie aufgefordert worden zu gendern, sagt Rektorin Lüken der Regionalzeitung. Aber alles, was sie vom Kultusministerium zugeschickt bekommen habe, sei stets gegendert gewesen. Es gebe auch ein Schreiben aus dem Kultusministerium, das bereits 2021 für einen Sprachgebrauch warb, „der die Gleichstellung der Geschlechter zum Ausdruck bringt“.

Von ihrer Ideologie lässt sich die Schulleiterin denn auch nicht abbringen. „Um den Kindern die Geschlechter-Gleichstellung zu verdeutlichen, brauche es mehr als Sprache“, sagte sie der Zeitung: „Entscheidend seien echte Begegnungen, etwa mit Frauen in Polizeiuniform oder Männern, die in der Kita arbeiten.“

Kritiker des Genderns wie Josef Kraus, der viele Jahre Chef des deutschen Lehrerverbandes war und auch Autor meiner Seite, ist der Meinung: „Gendern verdummt unsere Kinder!“

Genau das regt ausgerechnet im CDU-regierten Nordrhein-Westfalen sogar das Gesetz an. Paragraf 4 des Landesgleichstellungsgesetzes schreibt vor, dass eine „geschlechtergerechte Sprache“ zu verwenden ist. Ganz anders in Bayern – dort ist das Gendern verboten. Ebenso in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Aber mit Hendrik Wüst regiert in Nordrhein-Westfalen ja auch ein Merkel-Christdemokrat.

Ich finde: Ideologie hat in der Schule nichts verloren. Die Kulturkrieger, die heute in den Regierungen sitzen, sollen gefälligst unsere Kinder in Ruhe lassen. Aber leider tun sie das Gegenteil – es wird versucht, gerade die Kleinsten ganz früh auf Linie zu bringen. Ebenso schlimm wie diese Entwicklung ist die Tatsache, dass es die Mehrheit offenbar seelenruhig mit sich und ihren Kindern machen lässt.

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Von Veritatis

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