Auf Wunsch von Pakistan und anderen Staaten hat die USA das „Projekt Freiheit“ für die Handelsschifffahrt ausgesetzt. Es soll geschaut werden, ob nun das Abkommen mit dem Iran abgeschlossen werden kann.
Pakistan spielt weiterhin bei der Vermittlung von Friedensgesprächen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran eine Schlüsselrolle. Derzeit gilt in der Region eine Waffenruhe.
US-Präsident Donald Trump sagte, der Krieg werde „wahrscheinlich noch zwei Wochen dauern. Zwei Wochen, vielleicht drei Wochen.“
Die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten:
China ruft zur Einstellung aller Kämpfe auf
Der chinesische Außenminister Wang Yi hat während eines Besuchs seines iranischen Kollegen Abbas Araghtschi in Peking ein Ende des Krieges in der Golfregion sowie eine schnellstmögliche Öffnung der Straße von Hormus gefordert.
Er forderte die USA und den Iran auf, „so schnell wie möglich“ für eine sichere Wiederaufnahme des Seeverkehrs in der derzeit weiterhin blockierten Straße von Hormus zu sorgen.
China ist von der Blockade der Meerenge direkt betroffen. Mehr als die Hälfte der auf dem Seeweg transportierten Rohölimporte Chinas stammt laut dem Schifffahrts-Analyseunternehmen Kpler aus der Golfregion und wird zumeist durch die Straße von Hormus transportiert.
Zum iranischen Atomprogramm erklärte Wang, China begrüße die Zusage des Iran, keine Atomwaffen entwickeln zu wollen, das Land habe indes „das legitime Recht zur friedlichen Nutzung der Kernenergie“.
Israel geht weiter gegen Hisbollah vor
Die israelische Armee hat die Bewohner von zwölf Dörfern im Süden des Libanon zur Evakuierung aufgerufen.
Der arabischsprachige israelische Armeesprecher Avichay Adraee verbreitete in Onlinediensten einen Aufruf an die dortige Bevölkerung, „ihre Häuser unverzüglich zu verlassen“ und sich mindestens einen Kilometer zu entfernen.
Die israelische Armee werde dort in Kürze gegen eine Anlage der pro-iranischen Hisbollah vorgehen.
Angriff auf Containerschiff – Verletzte evakuiert
Die französische Reederei CMA CGM bestätigt, dass eines seiner Containerschiffe, die CMA CGM San Antonio, gestern angegriffen wurde, als es die Straße von Hormus durchquerte. Das Schiff unter maltesischer Flagge ist beschädigt, es gibt Verletzte. Die Crew wurde evakuiert, Verletzte werden medizinisch versorgt.
Zuvor hatte die britische Behörde für maritime Sicherheit bereits gemeldet, ein Frachter sei am Dienstagabend in der Meerenge von einem „unbekannten Geschoss“ getroffen worden, ohne jedoch den Namen des Schiffes zu nennen.
Dies bedeute „auf keinen Fall“, dass Frankreich im Visier gewesen sei, sagte der französische Präsident Emmanuel Macron laut Regierungssprecherin Maud Bregeon nach der heutigen Kabinettssitzung. Das Schiff sei unter der Flagge von Malta und mit einer philippinischen Besatzung unterwegs gewesen.
„Die Schüsse, die ein Schiff der CMA CGM zum Ziel hatten, zeigen ganz eindeutig, dass die Lage nach wie vor gefährlich ist“, sagte die Regierungssprecherin.
Israel liefert Deutschland Kerosin
Auf Anfrage des deutschen Energieministeriums und wegen der „Krise in der Straße von Hormus“ liefert Israel Kerosin an Deutschland. Das teilten das israelische Außenministerium und das israelische Energieministerium am Abend mit. Die genauen Modalitäten sind noch nicht bekannt.
Trump setzt Einsatz in Straße von Hormus aus
„Das Projekt Freedom (die Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus) wird für kurze Zeit ausgesetzt, um zu sehen, ob das Abkommen abgeschlossen und unterzeichnet werden kann“, schrieb US-Präsident Donald Trump in einem Beitrag auf Truth Social.
Die jüngste Entwicklung im Krieg gegen den Iran erfolge auf Wunsch Pakistans und anderer Länder. Während des Stopps solle geprüft werden, ob ein Abkommen mit dem Iran abgeschlossen und unterzeichnet werden könne. Es habe „große Fortschritte“ für ein „umfassendes und abschließendes“ Abkommen gegeben.
Die US-Blockade gegen Schiffe, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen, bleibe in vollem Umfang in Kraft. Die Aussetzung von „Projekt Freiheit“ erfolge auf Bitten Pakistans und anderer Länder sowie den „enormen militärischen Erfolgen“ der USA.
Der iranische Außenminister Araghtschi trifft sich heute mit dem chinesischen Außenminister Wang in Peking.
„Während dieses Besuchs wird der Außenminister unseres Landes mit seinem chinesischen Kollegen die bilateralen Beziehungen sowie regionale und internationale Entwicklungen besprechen“, meldete die staatliche iranische Nachrichtenagentur „Fars“.
US-Außenminister Marco Rubio sagte angesichts des geplanten Treffens, er hoffe, der chinesische Außenminister sage dem iranischen Chefdiplomaten, „was ihm gesagt werden muss, nämlich dass das, was ihr in der Meerenge tut, dazu führt, dass ihr weltweit isoliert werdet“.
Iran will seine Regeln für die Seestraße durchsetzen
Teheran besteht darauf, den Verkehr in der Straße von Hormus zu kontrollieren. Laut iranischen Staatsmedien sollen Betreiber von Schiffen, die durch die Meerenge fahren wollen, vollständig mit den iranischen Streitkräften kooperieren.
So benötigten die Schiffe die Erlaubnis der neuen iranischen Behörde Persian Gulf Strait Authority.
Sie müssen eine E-Mail an die iranische Behörde senden, egal, ob Handels- oder Militärschiff. Die Behörde prüft das Vorhaben des Schiffes und erteilt eine Sicherheitsfreigabe mit Regeln und Vorschriften für die Durchfahrt. Oder lehnt diese ab.
Die Iraner sprechen von einer dauerhaften Änderung des Status der Meerenge und wollen diese nicht aufgeben. Laut „Press TV“ ist der Mechanismus bereits in Betrieb.
USA und verbündete Golfstaaten entwerfen UN-Resolution
Zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus entwarfen die USA gemeinsam mit verbündeten Golfstaaten eine UN-Resolution. Darin fordern die Parteien den Iran dazu auf, von weiteren gewaltsamen Eskalationen in der Meerenge abzusehen, wie US-Außenminister Marco Rubio mitteilte.
Teheran solle aufhören, Schiffe anzugreifen, die Meerenge zu verminen und Mautgebühren für eine Durchfahrt zu erheben, heißt es demnach in der Resolution. An dem Entwurf seien Bahrain, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und Katar beteiligt gewesen.

Auf der Insel Qeshm im Iran, im Hintergrund Schiffe in der Straße von Hormus (28. April 2026).
Foto: Asghar Besharati/Getty Images
Iran dementiert Angriffe auf die Emirate – und droht
Irans Militärführung dementierte die jüngsten Angriffe auf die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Es seien in den vergangenen Tagen keinerlei Raketen oder Drohnen auf Ziele in den Emiraten abgefeuert worden, sagte der Sprecher des zentralen Hauptquartiers Chatam al-Anbija.
Gleichzeitig drohte der Militärsprecher den Emiraten. Sollten von seinem Boden aus Angriffe gegen den Iran erfolgen, würden die Angreifer dies bereuen.
Syrien zerschlägt Hisbollah-Zelle
Syrische Sicherheitskräfte haben „eine terroristische Verschwörung vereitelt, die hochrangige syrische Amtsträger“ zum Ziel hatte, erklärt das syrische Innenministerium.
„Koordinierte Sicherheitseinsätze“ in der Umgebung von Damaskus sowie in den Provinzen Aleppo, Homs, Tartus und Latakia hätten „die Zerschlagung einer der Hisbollah nahestehenden Zelle ermöglicht, deren Mitglieder nach einer Spezialausbildung im Libanon illegal nach Syrien eingereist waren“, hieß es weiter.
Die Zelle sei bereit gewesen, „Attentate auf hochrangige Regierungsvertreter“ zu verüben. Das Ministerium veröffentlichte Fotos von elf Festgenommenen, ohne ihre Nationalität anzugeben.
Die vom Iran unterstützte Hisbollah wies die Anschuldigungen zurück. Der 2024 gestürzte syrische Präsident Baschar al-Assad hatte gute Beziehungen zur Hisbollah im Libanon unterhalten. Die Miliz hatte ihn während des Bürgerkriegs unterstützt.
Israel: Verlegen bei Bedarf gesamte Luftwaffe in Richtung Osten
Israel ist laut seinem neuen Luftwaffenchefs Omer Tischler im Falle einer fortgesetzten Bedrohung durch den Iran zum Einsatz seiner gesamten Kampfflugzeugflotte bereit.
„Wir beobachten die Entwicklungen im Iran genau und sind bereit, die gesamte Luftwaffe bei Bedarf nach Osten zu verlegen“, sagte Tischler bei der Übernahme des Postens von seinem Vorgänger Tomer Bar.
Israels Armeechef Ejal Samir sagte, das Land befinde sich weiterhin „an allen Fronten in höchster Alarmbereitschaft“. Die Streitkräfte des Landes seien „bereit, auf jeden Versuch, Israel zu schaden, kraftvoll zu reagieren“.
Deutschland und Israel in neuer Sicherheitspartnerschaft
Bundesaußenminister Johann Wadephul spricht von einer neuen Sicherheitspartnerschaft zwischen Israel und Deutschland.
„Das Einstehen für die Existenz und für die Sicherheit des Staates Israel gehört zum Wesenskern unserer Beziehungen“, sagte Wadephul. Heute trage Israel auch zur Sicherheit Deutschlands bei. Dafür stehe der Erwerb des israelischen Luftabwehrsystems Arrow 3 durch Deutschland.
Israels Außenminister Gideon Saar fügte an: „Israelische Technologie schützt Deutschland in der Luft, an Land und auf See.“ Israel habe die besten Produkte und die meiste Erfahrung. Die Zusammenarbeit der Nachrichtendienste bewahre Deutschland vor Terrorangriffen und rette deutsche Leben.
Gaza-Hilfsflotte: Israel verlängert Gewahrsam von Aktivisten
Fünf Tage nach der Festsetzung der Gaza-Hilfsflotte vor der griechischen Insel Kreta hat ein Gericht in Israel angeordnet, die beiden festgenommenen Aktivisten Saif Abu Keshek und Thiago Ávila noch bis 10. Mai in Gewahrsam zu halten. Das israelische Außenministerium wirft ihnen Verbindungen zur Hamas vor.
Die Aktivisten werfen den israelischen Behörden auch vor, die beiden Männer in stark ausgeleuchteten Zellen in Isolationshaft zu halten. In der Zelle Ávilas herrschten zudem „extrem kalte Temperaturen“. Die israelischen Behörden weisen die Vorwürfe zurück.
Israelische Streitkräfte hatten die Flotte mit rund 20 Booten am vergangenen Donnerstag im Mittelmeer festgesetzt und die Àvila und Abu Keshek zur Befragung nach Israel gebracht. Die beiden Männer hatten sich zum Zeitpunkt der Festnahme auf einem Schiff unter italienischer Flagge befunden.
Teheran droht mit weiterem militärischen Vorgehen
Im Ringen um die Kontrolle der Straße von Hormus droht der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf den USA mit einem weiterem militärischen Vorgehen. Die Armee seines Landes habe mit den Angriffen „noch nicht einmal begonnen“, erklärte Ghalibaf am Dienstag im Onlinedienst X.
„Wir wissen genau, dass die Fortsetzung der gegenwärtigen Situation für die Vereinigten Staaten unhaltbar ist, obwohl wir noch nicht einmal begonnen haben“, heißt es in der Erklärung Ghalibafs.
Ghalibaf ist auch Leiter der iranischen Delegation in den Verhandlungen mit der US-Regierung ist. Die „bösartige Präsenz“ der USA am Persischen Golf werde abnehmen, fügte er hinzu.
Merz verurteilt iranischen Angriff auf VAE
Bundeskanzler Friedrich Merz kritisiert die jüngsten Angriffe des Iran auf die Vereinigten Arabischen Emirate. „Diese Angriffe verurteilen wir scharf“, erklärte Merz am Montag im Onlinedienst X und ergänzte: „Unsere Solidarität gilt den Menschen in den Vereinigten Arabischen Emiraten und unseren Partnern in der Region.“
Weiter schrieb Merz: „Teheran muss an den Verhandlungstisch zurückkehren und aufhören, die Region und die Welt zur Geisel zu nehmen: Die Blockade der Straße von Hormus muss enden. Teheran darf keine Nuklearwaffe bauen. Es darf keine weiteren Drohungen und Angriffe gegen unsere Partner geben.“
Britischer Premier ruft zu Deeskalation auf
Der britische Premierminister Keir Starmer hat die jüngsten Angriffe des Iran auf die Vereinigten Arabischen Emirate kritisiert und zu einer Deeskalation aufgerufen. London „verurteilt die Drohnen- und Raketenangriffe, die auf die Vereinigten Arabischen Emirate abzielen“, erklärte Starmer. „Diese Eskalation muss aufhören“, fügte er hinzu.
Der Iran müsse sich „ernsthaft an Verhandlungen beteiligen, um sicherzustellen, dass die Waffenruhe im Nahen Osten Bestand hat und eine langfristige diplomatische Lösung erreicht wird“, forderte der britische Premier.
Die saudiarabische Regierung äußerte sich ähnlich. Das Außenministerium in Riad erklärte im Onlinedienst X, es bringe „die Besorgnis des Königreichs Saudi-Arabien über die derzeitige militärische Eskalation in der Region zum Ausdruck und ruft zur Notwendigkeit der Deeskalation auf“. Das Ministerium erklärte, es unterstütze „diplomatische Bemühungen, um eine politische Lösung“ in dem Krieg zu erreichen.
Emirate: Drohnenangriff auf Fudschaida
Emiratische Behörden meldeten einen iranischen Angriff am 4. Mai mit Drohnen und Marschflugkörpern auf mehrere Landesteile. Unter anderem wurde dadurch ein Brand in einer Einrichtung der Energieinfrastruktur in der Hafenstadt Fudschaida ausgelöst. Das emiratische Außenministerium sprach von einer „gefährlichen Eskalation“.
Fudschaira ist für die VAE von strategischer Bedeutung: Von diesem Hafen aus kann das Land sein Öl exportieren, ohne dass Tanker die Straße von Hormus durchqueren müssen.
USA: Iranische Kleinboote zerstört
Derweil gab die US-Armee die Zerstörung von mindestens sechs iranischen Kleinbooten und die Abwehr zahlreicher Drohnen und Raketenangriffe bekannt.
Teheran dementierte das. Iranische Medien hatten zuvor Raketenangriffe auf ein US-Militärschiff sowie Warnschüsse in der Nähe von US-Zerstörern gemeldet – was wiederum Washington zurückwies.
Wadephul empfängt israelischen Außenminister
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) empfängt heute israels Außenminister Gideon Saar in Berlin. Themen der Begegnung dürften unter anderem der Irankrieg und Israels Kampf gegen die Hisbollah-Miliz im Libanon sein.
Im Anschluss an die Gespräche im Auswärtigen Amt wollen Wadephul und Saar am frühen Abend (18:00 Uhr) gemeinsam vor die Presse treten.
Wadephul drängte am Wochenende Irans Außenminister Abbas Araghtschi in einem Telefonat zu einer Freigabe der blockierten Straße von Hormus und zu einem vollständigen und nachprüfbaren Verzicht auf Atomwaffen. Bei einem Besuch in Israel hatte Wadephul im März die Gewalt radikaler israelischer Siedler gegen Palälstinenser im Westjordanland verurteilt.
Mit Material der Nachrichtenagenturen



