Von Kai Rebmann

Die Tinte unter dem Vertrag, der die Neuauflage von Grün-Schwarz in Baden-Württemberg besiegeln soll, ist so gut wie trocken. Grüne und CDU haben sich in der vergangenen Woche auf die Eckpunkte des Papiers geeinigt, das am Mittwoch erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll. Die anschließende Zustimmung der Parteigremien gilt als reine Formsache. Doch erste Details sind schon jetzt durchgedrungen – und sorgen nicht zuletzt beim Souverän, dem Wähler, für massiven Unmut.

Es liest sich auf den ersten Blick wie ein recht unspektakuläres Detail: Grüne und CDU wollen in Baden-Württemberg künftig sowohl auf einen Staatssekretär im Bauministerium als auch auf einen zweiten Stellvertreterposten für den Landtagspräsidenten in Stuttgart verzichten. Angeblich aus Spargründen, wie es in den dazu verbreiteten Pressemitteilungen offiziell heißt.

Das ist natürlich wenig glaubwürdig, zumal sich die entsprechend eingesparten Kosten im Gesamthaushalt eines Bundeslandes von der Größe Baden-Württembergs noch nicht einmal im Promille-Bereich bewegen dürften. Viel Symbolpolitik, wenig Greifbares also. Und so sahen das auch nicht wenige Nutzer der sozialen Medien, die ihrem Unmut über diesen offensichtlichen Frontalangriff auf alle parlamentarischen und damit ausdrücklich auch demokratischen Gepflogenheiten freien Lauf ließen – unter anderem beim SWR.