Ein Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ Anfang Mai hat die Aufmerksamkeit von Behörden und Mainstream-Medien erregt.

WHO sieht geringes Risiko

Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden mehrere Fälle im Zusammenhang mit dem Schiff gemeldet; drei Menschen sollen daran verstorben sein.

Die WHO geht beim betroffenen Andesvirus von einer möglichen Mensch-zu-Mensch-Übertragung aus, betont aber zugleich ein geringes Risiko für eine größere internationale Ausbreitung.

Vergleich mit Corona-Zeit

Genau an dieser Stelle setzt Gerald Hauser an. Der freiheitliche EU-Abgeordnete sieht in der Berichterstattung und in den behördlichen Reaktionen ein bekanntes Muster. In seiner Aussendung spricht er von „widersprüchlicher Panikmache“ und zieht ausdrücklich Parallelen zur Corona-Zeit.

Hantaviren seien nicht neu, sondern seit Jahrzehnten bekannt; in Europa gebe es jährlich Infektionen, ohne dass daraus bisher ein Politik konstruiert worden sei. Die meisten Infektionen verliefen harmlos, nur selten komme es zu tödlichen Verläufen, heißt es in der FPÖ-Aussendung.

Geringes Risiko

Genetische Analysen deuten weder auf erhöhte Übertragbarkeit noch auf schwerere Krankheitsverläufe hin.

Nach WHO-Angaben seien mögliche neue Fälle eher Ausdruck gründlicher Überwachung als Zeichen einer wachsenden Ausbreitung.

Hausers Vorwurf: Angst, Maßnahmen, Impfgeschäft

Hauser formuliert seine Kritik scharf. Er wirft Medien und Politik vor, Angst vor einem angeblich neuen Hantavirus zu schüren. Für ihn steht nicht die medizinische Frage im Vordergrund, sondern die politische Dynamik dahinter.

Er spricht von einer „Panik-Pandemie-Impf-Lobby“ und stellt fest: Rund um Hanta wiederhole sich möglicherweise, was bereits bei Corona kritisiert wurde. Erst Alarm, dann Einschränkungen, dann Impfstoffdebatte.

Und wieder einmal Geschäftsinteressen

In der Aussendung verweist Hauser aber auf frühere Hinweise von Pfizer, der Impforganisation GAVI und dem Impfstoffheersteller Moderna. GAVI veröffentlichte bereits vor fünf Jahren einen Beitrag mit dem Titel „The Next Pandemic: Hantavirus?“ In China und Südkorea gebe es bereits Impfstoffe gegen bestimmte Hantavirus-Formen, aber noch keinen erfolgreichen Impfstoff gegen das Hantavirus-Pulmonalsyndrom, worauf GAVI unmittelbar nach Auftauchen des Virus auf dem Kreuzfahrtschriff hinwies.

Moderna arbeitet schon seit 2023 an einem entsprechenden Impfstoff.

Österreichs Ministerium setzt ersten Schritt

Seit 9. Mai gilt in Österreich eine Meldepflicht für Hantaviren-Fälle. Neben Erkrankungen und Todesfällen müssen jetzt auch Verdachtsfälle von Mensch-zu-Mensch übertragbaren Hantavirus-Infektionen gemeldet werden.

Das österreichische Gesundheitsministerium verweist auf die mögliche Schwere des Andesvirus, auf Atemversagen und Schock bei schweren Verläufen sowie auf eine Fallsterblichkeit von 35 bis 50 Prozent bei solchen schweren Krankheitsbildern.

Widerspruch wie bei Corona

Zugleich betonte das Ministerium: In Österreich gebe es derzeit keinen bestätigten Hantavirus-Fall, das Risiko für die Allgemeinbevölkerung in Europa werde vom European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) ECDC als „sehr gering“ eingeschätzt. Erinnert an das Auftauchen des Coronavirus in Italien Anfang 2020, als der damalige Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) noch keine Gefahr sah. Drei Wochen später war er einer von Europas Scharfmachern in der Corona-Politik.

Wieder widersprüchliche Meldungen

Auch jetzt gibt es ein Hin und Her zwischen Alarm und Entwarnung. Auf der einen Seite stehen Evakuierungen, Quarantäne, Meldepflichten und Sonderregeln; auf der anderen Seite erklärten WHO und Behörden, die Gefahr für die breite Bevölkerung sei gering. Aus Hausers Sicht passt das nicht zusammen.

Fragen an EU-Kommission

Für Hauser ist genau das der Punkt: Wenn keine gefährliche Mutation vorliegt und das allgemeine Risiko gering bleibt, müsse die Politik erklären, warum zugleich außergewöhnliche Maßnahmen vorbereitet oder verhängt werden.

Er fordert deshalb von der EU-Kommission eine Stellungnahme dazu, ob aus ihrer Sicht ein medizinischer Notfall vorliegt, ob Maßnahmen oder Beschränkungen geplant sind und ob eine mRNA-Impfung gegen Hanta im Schnellverfahren zugelassen werden könnte.

Quarantäne als neuer Streitpunkt

Hausers Sorge scheint nicht unberechtigt. So wurden alle Passagiere des Kreuzfahrtschiffs obwohl symptomfrei unter Quarantäne gestellt.

Aus Hausers Perspektive ist das der eigentliche politische Alarm: Nicht das Virus allein, sondern der schnelle Rückgriff auf Instrumente aus der Corona-Zeit. Etwa auch beim Kreuzfahrtschiff „Ambition“, dessen Gäste nach Erkrankungen an Bord in Quarantäne geschickt wurden, bis sich herausstellte, dass es sich um eine virale Magen-Darm-Infekt handelt. Passagiere und Besatzungsmitglieder ohne Symptome durften wieder von Bord gehen.

Für Hausers Argumentation ist auch dieser Fall anschlussfähig: Erst Alarm, dann Entwarnung. Erst große Sorge, dann ein anderer Befund. Solche Abläufe nähren bei ihm den Verdacht, dass Politik und Medien zu schnell in den Pandemie-Modus schalten.

Hausers Botschaft an Brüssel

Deshalb will Hauser von der EU-Kommission wissen, ob sie Beschränkungen plant, ob sie einen medizinischen Notfall sieht und ob eine beschleunigte Impfstoffzulassung im Raum steht. Seine Stoßrichtung ist klar: Er will verhindern, dass aus einem begrenzten Ausbruch ein neues politisches Ausnahmeprogramm entsteht.

Wenn Behörden gleichzeitig von sehr geringem Risiko sprechen, dann müssen sie besonders gut begründen, warum Quarantäne, Meldepflichten und internationale Sondermaßnahmen notwendig sind. Für ihn ist der Hantavirus-Fall deshalb mehr als eine Gesundheitsmeldung. Er ist ein Test, ob Europa aus Corona gelernt hat – oder ob beim nächsten Erreger wieder dieselben Mechanismen greifen.



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