Die Corona-Jahre haben tiefe Spuren hinterlassen. Während viele Regierungen und Medien das Kapitel möglichst rasch abschließen wollen, sehen Kritiker dieselben Mechanismen bereits wieder am Werk. Im Gespräch mit Report24 spricht Prof. Stefan Hockertz über seine Erfahrungen seit 2020, seine Übersiedlung in die Schweiz und die aktuelle Berichterstattung rund um das Hantavirus. Dabei erhebt er schwere Vorwürfe gegen Behörden, Medien und internationale Organisationen. Zugleich warnt er davor, erneut Angst und Panik zur politischen Steuerung der Bevölkerung einzusetzen.
Der Immuntoxikologe Stefan Hockertz zählt seit Beginn der Corona-Krise zu den bekanntesten Kritikern der damaligen Maßnahmenpolitik im deutschsprachigen Raum. Im Interview schildert er ausführlich, wie sich sein Leben seit 2020 verändert habe. Nach eigenen Angaben sei er durch öffentliche Angriffe, Ermittlungen und wirtschaftliche Maßnahmen faktisch aus Deutschland verdrängt worden. Den oft verwendeten Begriff der „Flucht“ lehnt er jedoch ab. Er bezeichnet sich selbst als Exilant in der Schweiz.
Hockertz verweist dabei auf seine wissenschaftliche Laufbahn. Er studierte Biologie, arbeitete bei der Fraunhofergesellschaft und habilitierte sich in Immuntoxikologie sowie Pharmakologie. Über viele Jahre war er zudem im Bereich Arzneimittelzulassung und Impfstoffstrategien tätig. Seine öffentliche Kritik an der Corona-Politik begründet er damit, dass zahlreiche seiner damaligen Einschätzungen später durch freigeklagte Protokolle und Dokumente bestätigt worden seien.
Kritik an Justiz und Behörden
Besonders scharf äußert sich Hockertz über den Umgang deutscher Behörden mit Corona-Kritikern. Er spricht von wirtschaftlicher Vernichtung, jahrelangen Beschlagnahmungen und hohen juristischen Hürden. Nach seiner Darstellung sei bis heute keine reguläre Anklage gegen ihn erfolgt, gleichzeitig müsse er absurd hohe Gerichtskostenvorschüsse im Ausmaß von über 50.000 Euro leisten, um sich gegen behördliche Bescheide überhaupt zur Wehr setzen zu können.
Im Gespräch werden auch historische Vergleiche zur DDR gezogen – hinsichtlich der systematischen „Zersetzung“ sowie gezielter sozialer Isolation Andersdenkender. Mehrfach verweist er auf andere Corona-Kritiker, die aus seiner Sicht ebenfalls massiv unter Druck geraten seien – nicht alle haben dem standgehalten, beispielsweise wählte der sanfte Biologe Clemens Arvay den Suizid.
Gleichzeitig kündigt Hockertz internationale Aufmerksamkeit für diese Fälle an. Gemeinsam mit Mitstreitern arbeite er an einer Dokumentation über den Umgang mit Ärzten und Wissenschaftlern während der Corona-Zeit, die auch in den USA vorgestellt werden solle.
Hantavirus-Panik sorgt für neue Debatten
Einen Schwerpunkt des Gesprächs bildet die aktuelle Berichterstattung über das Hantavirus und einen Vorfall auf einem Kreuzfahrtschiff. Hockertz hält die öffentliche Darstellung für überzogen und sieht deutliche Parallelen zur medialen Inszenierung während der Corona-Jahre. Besonders kritisch bewertet er die Evakuierung und internationale Verteilung möglicher Kontaktpersonen. Aus epidemiologischer Sicht bezeichnet er dieses Vorgehen als widersprüchlich.
Der Wissenschaftler verweist darauf, dass Hantaviren seit Jahrzehnten bekannt seien und normalerweise nur schwer von Mensch zu Mensch übertragen würden. Typische Infektionswege seien vielmehr Kontakt mit Ausscheidungen von Nagetieren oder das Einatmen belasteter Partikel etwa beim Reinigen alter Gebäude oder Garagen. Die Darstellung eines hochgefährlichen globalen Szenarios hält er deshalb für fragwürdig.
Hoffnung auf natürliche antivirale Wirkstoffe
Im weiteren Verlauf des Interviews spricht Hockertz über antivirale Wirkstoffe aus der Naturstoffforschung. Besonders hebt er Griffithsin hervor, ein aus Rotalgen gewonnenes Lektin, das in wissenschaftlichen Untersuchungen antivirale Eigenschaften gezeigt habe. Nach seiner Darstellung existieren bereits umfangreiche toxikologische Daten und frühe Entwicklungsphasen für mögliche Anwendungen. (Siehe auch: Hantavirus: erwiesen wirksames Algenprotein statt mRNA-Genspritze?)
In diesem Zusammenhang kritisiert Hockertz erneut die starke Konzentration auf mRNA-Technologien. Er verweist auf die Debatten rund um Ivermectin während der Corona-Zeit und vertritt die Ansicht, dass günstige und bekannte Wirkstoffe politisch und medial benachteiligt worden seien. Gleichzeitig betont er, dass man sich auf künftige Krisen vorbereiten müsse, ohne erneut ausschließlich auf experimentelle Impfstoffe zu setzen.
„Die Menschen reagieren heute anders“
Mehrfach verweist Hockertz darauf, dass große Teile der Bevölkerung heute skeptischer auf mediale Warnkampagnen reagieren würden als noch im Jahr 2020. Viele Menschen hätten persönliche Erfahrungen gemacht, würden Berichte kritischer hinterfragen und seien weniger bereit, offiziellen Darstellungen vorbehaltlos zu folgen.
Zum Ende des Gesprächs appelliert er an Ruhe und Besonnenheit. Panik sei aus seiner Sicht erneut ein zentrales Mittel öffentlicher Kommunikation geworden. Gleichzeitig zeigt er sich überzeugt, dass sich alternative Medien und kritische Stimmen inzwischen stärker etabliert hätten als noch zu Beginn der Corona-Krise. Genau deshalb werde es schwieriger, ähnliche Mechanismen wie damals erneut im selben Ausmaß durchzusetzen.
Prof. Dr. Stefan Hockertz kann man unterstützen:
Stiftung BRÜCKENWEISE, Bahnhofstrasse 29, 3777 Saanenmöser
Spenden an Stiftung Brückenweise: Raiffeisenbank St Gallen, CH90 8080 8007 4188 4211 2, BIC: RAIFCH22XXX. Projekt Stefan Hockertz