Weil Wirtschaftsdaten sowohl für private Investoren wie auch für politische Entscheider äußerst wichtig sind, sollte man sich auf sie unbedingt verlassen können. Was aber, wenn die Daten nicht korrekt wiedergegeben werden, weil aus politischen Motiven bessere Zahlen gewünscht werden?

So selten ist dieser Fall gar nicht, denn gerade autokratische und totalitäre Staaten neigen dazu, bei der Darstellung der wirtschaftlichen Situation im Land, sich nicht so sehr auf die wahre Lage zu fokussieren, sondern vielmehr einen politisch gewünschten Zustand in den Statistiken abzubilden.

Luis R. Martínez von der Harris School of Public Policy an der Universität von Chicago ist der Frage nach der Glaubwürdigkeit der offiziellen Wirtschaftsdaten nachgegangen und kommt zu keinem angenehmen Urteil, denn in der Regel weisen die offiziellen Wirtschaftsdaten einen um etwa 35 Prozent zu gut angegebenen Zustand aus.

Die Nachtlichtdaten bringen Licht ins Dunkel

Auf die Schliche gekommen ist Luis Martínez den autokratischen und totalitären Staaten durch einen Abgleich der offiziellen Statistiken mit den Nachtlichtdaten. Sie werden von den meteorologischen Satelliten der U.S. Air Force erhoben und ergeben ein recht gutes Bild von der tatsächlichen wirtschaftlichen Lage. Denn überall auf der Erde gilt die Gleichung, dass die wirtschaftliche Leistung umso intensiver ist, je heller in der Nacht das Licht erstrahlt.

Gerade die chinesischen Wirtschaftsdaten sind daher mit Vorsicht zu genießen, denn von 2008 bis 2016 wies die Regierung Jahr für Jahr ein Wirtschaftswachstum aus, das um rund zwei Prozent über dem tatsächlichen Wachstum lag. In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies, dass die chinesische Wirtschaftsleistung bis 2016 um 16 Prozent oder 1,5 Billionen US-Dollar zu hoch angesetzt worden ist.

Auch die neuesten Zahlen, die für das dritte Quartal ein Wachstum von 3,9 Prozent auswiesen, obwohl die Analysten nur 3,4 Prozent erwartet hatten, sind deshalb mit Vorsicht zu genießen, denn wie kann es sein, dass die Wirtschaft angeblich so stark wächst, wenn gleichzeitig der Einkaufsmanagerindex unter 50 Punkten notiert und damit eine Zeit der Kontraktion und des Rückgangs für die Gegenwart anzeigt?





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Von Veritatis

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