Die Berufung von Marinekapitän Marcos Saralegui zum Militärattaché der uruguayischen Botschaft in Deutschland bezeichnet Ignacio Errandonea von der Organisation der Mütter und Familienangehörigen verschwundener Gefangener als unfassbar beschämend. Als Mitglied eines Ehrengerichts der Marine hatte Saralegui einen Diktaturverbrecher als “militärisches Vorbild, das die Uniform ehrt”, eingestuft. Der inzwischen verstorbene Marinekapitän Juan Carlos Larcebeau wurde 2021 in Italien wegen der Ermordung und dem Verschwindenlassen von 38 Personen im Rahmen des “Plan Cóndor” zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Die uruguayische Justiz hatte Larcebeau und Ex-Diktator Gregorio Álvarez 2009 bereits für schuldig befunden, während der Diktatur 29 Morde verübt zu haben. Von La Diaria.

Dies hielt das Ehrengericht der nationalen Marine jedoch nicht davon ab, Larcebeau als “Vorbild” zu bezeichnen, dem es zu folgen gelte.

Im Jahr 2018 war das Marinegericht damit betraut worden, den Sachverhalt zu untersuchen, der zu Larcebeaus Verurteilung geführt hatte, und zu bestimmen, ob die Armee dadurch in ihrer Ehre verletzt wurde. Das Gericht verneinte dies “wegen absolut fehlender Schuld”. Laut El Observador attestierte das Gericht ihm in seiner Urteilsbegründung “ein beispielhaftes Verhalten für alle seine Kollegen”.

Schilder in Montevideo mit Opfern der uruguayischen und argentinischen Militärdiktatur, Quelle: shutterstock / Jose Carvallido

2020 gab die Zeitung die Zusammensetzung dieses Gerichts bekannt: Marcelo Pazos, Gabriel Guida und Marcos Saralegui. Letzterer argumentierte, Larcebeau sei ein “Verhaltensvorbild” und “militärisches Vorbild”, das “die Uniform ehrt”.

Der damalige Kommandant der Marine, Admiral Carlos Abilleira, war den Anträgen des Gerichts gefolgt, nicht so Staatspräsident Tabaré Vázquez. 2020 wurde Saralegui seines Amtes als Kommandant der Marineinfanterie enthoben, nachdem eine interne Untersuchung eine Verletzung der Protokolle der Sicherheitskontrollen für die Truppen der Festung Fortaleza del Cerro aufgedeckt hatte. Dort waren drei Soldaten ermordet worden.

Das tat der militärischen Laufbahn von Saralegui jedoch keinen Abbruch.

Als nächste Herausforderung erwartet ihn ab März 2023 eine zweijährige diplomatische Mission als Militärattaché der Botschaft von Uruguay in Deutschland. Beantragt wurde dies vom Oberkommando der Flotte und am 30. November 2022 von Verteidigungsminister Javier García und von Staatspräsident Luis Lacalle Pou ratifiziert.

Wie die Zeitung La Diaria gestützt auf armeeinterne Quellen berichtet, erfolgte dieser Antrag aufgrund eines Gesuchs nach einem Treffen von Admiralen im Oktober, die es mit Saraleguis Lebenslauf begründet hatten.

Errandonea sagte gegenüber La Diaria: “Saralegui war Mitglied des Ehrengerichts von Larcebeau, das ihn als Vorbild für die kommenden Generationen bezeichnet hat. Das ist nichts anderes als ein Bekenntnis zum Staatsterrorismus. Man darf nicht vergessen, dass Larcebeau wegen zahlreicher Fälle gewaltsamen Verschwindenlassens verurteilt wurde. Das heißt, wegen Tötungsdelikten. Aber es geht um gewaltsames Verschwindenlassen, und das umfasst mehr als Mord. Hier geht es auch um Folter und viele Arten von Verbrechen, die an diesen Menschen begangen wurden, bevor man sie verschwinden ließ. Dieser Mann bezeichnet Larcebeau als Vorbild und der Verteidigungsminister und der Staatspräsident belohnen ihn auch noch dafür, indem sie ihn zum Attaché in Deutschland ernennen. Das kann einen wirklich zur Verzweiflung bringen”.

Übersetzung aus dem Spanischen: Poonal

Titelbild: shutterstock / Ceswal



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Von Veritatis

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