Rohe Gewalt unter Einsatz von schwerem Werkzeug reicht schon lange nicht mehr. Bei kalkulierter Fremdgefährdung nutzen Banden mittlerweile fast nur noch Sprengmaterial, um an das Geld in Automaten zu gelangen. Es kam dadurch im Jahr 2021 zu ca. 19,5 Millionen Euro Beuteschaden.

Der letzte offizielle Bericht des Bundeskriminalamtes (BKA) zu dem Thema: “Bundes­lagebild An­grif­fe auf Geld­au­to­ma­ten” wurde im Juli 2022 veröffentlicht. In der erklärenden Einleitung heißt es zu dem Phänomen der “physischen Angriffe und technischen Manipulationen von Geldautomaten mit dem Ziel der Erlangung von Bargeld”:

“Sprengungen von Geldautomaten sind seit mehreren Jahren ein Auswerteschwerpunkt des Bundeskriminalamts. Die in diesem Zusammenhang vorliegenden Informationen und Daten stammen hauptsächlich aus dem Informationsaustausch mit den Polizeibehörden der Länder.”

Zum Ende des Jahres 2021 konnten statistisch in Deutschland weiterhin rund 55.136 Geldautomaten gezählt werden. Das waren rund 3,2 Prozent weniger als im Jahr 2020. Ein Welt-Redaktionsteam recherchierte jüngst für einen themenbezogenen Artikel und erläuterte, dass diese große Zahl von Automaten “gefährliche Banden” anziehen würde – “auch aus dem Ausland”. Das Rechercheergebnis zeigte demnach:

“Noch nie gab es so viele Sprengungen. Sie brechen in Filialen ein, sprengen Geldautomaten und verschwinden so schnell, wie sie gekommen sind. Meist unerkannt. Sie arbeiten mit der Präzision und Geschwindigkeit eines Rennteams beim Boxenstopp. Dabei nehmen sie in Kauf, dass Menschen verletzt oder getötet werden.”

Vermehrt Geldautomaten-Sprengungen in NRW durch niederländische Banden

Für das vergangene Jahr habe das BKA noch keine endgültige Zahl vorlegen können, jedoch würden Informationen der Welt-Redaktion von einer Rekordzahl von rund 500 Anschlägen ausgehen. Polizei- und Behördenangaben würden belegen, dass statistisch gesehen, “jeden Tag irgendwo in Deutschland mindestens ein Geldautomat” geplündert wurde. Aufgrund der sich dynamisierenden und konstanten Entwicklung kam es zwischen Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) und den “Kollegen in den Bundesländern zum Ende vergangenen Jahres zu mehrerer Treffen”.

Bereits ein Bericht des SWR aus dem Jahr 2020 schrieb in der Einleitung:

“Es knallt in Deutschland – fast täglich wird ein Geldautomat in die Luft gesprengt. Auch in Baden Württemberg nehmen die brutalen Überfälle zu, die Polizei wirkt bisweilen ratlos.”

Im Jahr 2021 kam es nach BKA-Angaben insgesamt zu 579 registrierten “physischen Angriffen” auf Geldautomaten. Mit 392 Fällen versuchter Sprengung, davon 250 Ereignisse mit “festen Explosivstoffen”. Zum “Modus Operandi” heißt es beim BKA:

“Geldautomaten werden inzwischen überwiegend mithilfe fester Explosivstoffe gesprengt. Dabei kommen insbesondere pyrotechnische Sätze und Selbstlaborate zum Einsatz. Daneben ist weiterhin die Sprengung durch Einleitung eines Gases bzw. Gasgemischs und dessen anschließender Zündung gängiger Modus Operandi. Die Tatbegehung unterscheidet sich in diesen Fällen insbesondere in Bezug auf die Art des verwendeten Gases, die eingeleitete Menge und den Ort der Einleitung sowie die Zündquelle und die Zündleitung.”

Die bedenkliche Skrupellosigkeit der Täter wird in dem Welt-Artikel anhand aktueller Fallereignisse aus dem Jahr 2022 sichtbar:

  • In Gerlingen bei Stuttgart sprengten Unbekannte im vergangenen September einen Bankautomaten, die Detonation zerfetzte den Bankvorraum in einem Wohnhaus.

  • In Bornheim, Nordrhein-Westfalen, zündeten Unbekannte Ende November einen Sprengsatz in einer Volksbank. Das Gebäude wurde schwer beschädigt.

  • Kürzlich haben drei Täter in Rottenburg am Neckar den Geldautomaten einer Bank mit solcher Wucht gesprengt, dass Anwohner aus ihren Wohnungen evakuiert werden mussten.

Swen Eigenbrodt, leitender Ermittler einer deutschlandweit einmaligen Sondereinheit im hessischen Landeskriminalamt (LKA), wird in dem Welt-Artikel mit der Feststellung zitiert:

“Es ist ein Wunder, dass es noch keine Toten gab.”

Der BKA-Bericht beurteilt in einer Gesamtbewertung, dass “trotz eines leichten Rückgangs besonders schwerer Fälle des Diebstahls durch Sprengung von Geldautomaten, die Bedrohungslage in Deutschland anhaltend hoch” sei. Dies würde auch dadurch belegt, dass “der festgestellte Beuteschaden im Vergleich zum Vorjahr zunahm und in 2021 ein neuer Höchststand vollendeter Taten erreicht wurde.”

Letzteres könnte laut LKA-Einschätzung darauf hindeuten, dass “die Präventionsmaßnahmen der Geldinstitute und der Geldautomatenhersteller in ihrer bisherigen Form nicht ausreichen” würden.

Eine mögliche Maßnahme könnte letztlich aber auch der Rückbau des deutschlandweiten Bankautomatennetzes sein – zum Nachteil der Bevölkerung. Entsprechend titelte das Handelsblatt im April 2022: 

“Sprengungen nehmen kein Ende: Banken stehen vor Abbau gefährdeter Geldautomaten.”

Mehr zum Thema – Neues Framing gegen Bargeld aus dem hohen Norden: Kein Cash, ergo keine Banküberfälle

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Von Veritatis

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