Die Kult-Komödie der 2000er kehrt als Musical-Adaption zurück. Nostalgiker zweifeln. Was bleibt vom Charme des Originals?

Musicalfilm.

Regina George ist zurück. Irgendwo zwischen Mode und Manipulation machte sie vor 20 Jahren ein Highschool-Drama zu Popkultur. Mit ihr in der Hauptrolle erscheint “Mean Girls” nun ein zweites Mal – und das als Musicalfilm. Aufgewärmt, aber trotzdem genießbar? Die Meinungen spalten sich: Als der Trailer versprach, dass das nicht mehr der Film sein würde, den “unsere Mütter kannten”, sorgte das für Empörung unter den Millennials. Unsere Mütter? Klar, das Original lief 2004 in den Kinos, das mag eine Weile her sein – aber die meisten Fans von damals sitzen auch heute wieder gespannt vor den Leinwänden. Wenn auch ein bisschen skeptisch: Kann das Remake der Kult-Komödie überhaupt gerecht werden?

“Mean Girls – Der Girls Club” ist ein Filmmusical, das auf einem Broadway-Musical basiert, das auf einer Komödie basiert, die auf einem Erziehungsbuch basiert. Noch da? Autorin und Schauspielerin Tina Fey, die den Film geschrieben, eine der Hauptrollen gespielt und dann das Buch für das Broadway-Musical verfasst hat, ist auch diesmal wieder als Lehrerin Ms. Norbury dabei. Sie und Schuldirektor Mr. Duvall, der von Tim Meadows gespielt wird, sind die einzigen Rollen, die gleich besetzt wurden. Im Remake übernimmt Reneé Rapp Rachel McAdams Rolle der Regina George. Lindsay Lohan, Amanda Seyfried und Lacey Chabert werden ebenfalls von Serienstars und Newcomern ersetzt.

Neben Gesangs- und Tanzeinlagen – die übrigens kein bisschen im Trailer gezeigt werden – bleibt die Handlung dieselbe: Nach ihrer Rückkehr aus Kenia in die Vereinigten Staaten hat Cady Heron Schwierigkeiten, sich an ihrer neuen High School zurechtzufinden. Sie findet Unterstützung bei den Einzelgängern Janis und Damien, mit denen sie sich verbündet. Sie schmieden einen Plan: Cady soll sich in die beliebte Clique der “Plastics” integrieren, um diese nun Stück für Stück zu sabotieren. Doch als Cady plötzlich beginnt, sich als Teil der Gruppe zu identifizieren, läuft sie Gefahr, nicht nur ihre Freunde, sondern auch sich selbst zu verlieren. Ikonische Szenen wie das Durchblättern des “Burn Books” oder die “Jingle-Bell-Rock”-Choreo bleiben natürlich ebenfalls erhalten. Dabei ist damals wie heute klar, dass es dem Film nicht um Realitätsnähe geht. Er ist als Satire zu verstehen, die die Lächerlichkeit und das Drama rundum Beliebtheitshierarchien in High Schools zum Thema machen soll. Das scheint auch in der Broadway-Version zu gelingen.

Doch auch, wenn sich die meisten Fans eine möglichst originalgetreue Umsetzung wünschen, stellt sich die Frage: Was davon ist noch zeitgemäß? Fakt ist: Auliʻi Cravalho möchte in ihrer Version der Janis queere Macht zurückfordern. Sie sagt, dass “lesbisch” in der Urfassung als Schimpfwort galt. Nun sei es wichtig – so auch Jaquel Spivey – im Interview gegenüber dem Interviewkanal “Etalk”: “zu zeigen, dass es queere Schüler gibt, die glücklich sind; dass es queere mehrgewichtige Schüler gibt, die glücklich sind, dass jene in Filmen dafür nicht immer in einen Spint gesteckt oder darauf reduziert werden müssen.”

Ja, die Filme der 2000er waren schon so eine Sache für sich. Eine schwierige Sache für sich. Man denke nur mal an diesen einen Klassiker, in dem die weibliche Hauptdarstellerin immer wieder auf ihren vermeintlich “pummeligen” Körper angesprochen wird, obwohl dieser absolut der Normschönheit entspricht. Puh, welcher war das noch gleich? “Bridget Jones”? Oder war es “Der Teufel trägt Prada”? Oder “Tatsächlich Liebe”? Oder doch “Mean Girls”? Da kann man schon mal den Überblick verlieren. Body Positivity und allgemeine Diversität im Cast gleich null. So will Cady sich beispielsweise an Regina rächen, indem sie ihr Kalorienriegel unterjubelt. Diese sorgen bereits nach wenigen Tagen dafür, dass sie stark zunimmt und anschließend von der gesamten Schule ausgelacht wird. Es gilt abzuwarten, wie und ob einige dieser Szenen umgeschrieben wurden. Auf Klassiker wie “On Wednesdays, we wear pink!” können wir uns aber sicherlich freuen. Und wem es nicht gefällt, der kann zum Glück immer wieder zum Original greifen. Vieles deutet aber darauf hin, dass das Remake echt gut – ähm, “fetch” wird.

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Von Veritatis

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