Von Daniel Weinmann

Mangelnde Lademöglichkeiten, ungenügende Reichweiten – und dazu das plötzliche Aus der üppigen staatlichen Subventionen. Die anfängliche Euphorie um die als klimaheilsbringend verbrämten Elektroautos ist einem lauen Lüftchen gewichen. Schon bei 130 km/h bestanden 53 von 61 Modellen den Reichweiten-Test nicht, kritisierte „Bild“ erst vor wenigen Tagen die geschönten Herstellerangaben.

Zudem sind die E-Autos längst nicht so klimaschonend, wie lange suggeriert wurde: Autofahrer müssen viele Kilometer zurücklegen, bis die Nachhaltigkeit im Vergleich zu Verbrennern tatsächlich wirkt. Zudem nennt eine Studie von Antriebsexperten des Vereins Deutscher Ingenieure in Zusammenarbeit mit dem Karlsruhe Institute of Technology die rohstoffintensive Herstellung der Autos als Haken. Die Rede ist von einem „CO2-Rucksack“, weil viele der Autos und ihre Bauelemente nicht mithilfe von grünem Strom aus erneuerbaren Energien produziert werden.

Angesichts dieser Gemengelage verwundert kaum, dass gebrauchte Elektroautos immer stärker an Wert verlieren. Besonders die Preise von Modellen der Premiumkategorie kommen unter Druck. Ein Audi e-tron 50 Quattro mit rund 24.000 Kilometer etwa, der rund zwei Jahre ist, ist derzeit für weniger als 35.000 Euro zu haben – und ist damit weniger als halb so teuer wie ein Neuwagen. Selbst Massenmodelle wie der ID.3 von Volkswagen oder der Opel Mokka-E werden nach kaum mehr als zwei Jahren teils mit Abschlägen von 40 Prozent zum Listenpreis angeboten.

Elektroautos verlieren deutlich mehr an Wert als Verbrenner- und Hybridmodelle

„Diese Fahrzeuge lassen sich nur mit hohen Abschlägen wiederverkaufen, viele landen im Ausland“, sagt Michael Ziegler, Präsident des Verbands des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg, gegenüber dem „Handelsblatt“. Man könnte meinen, es ginge um verrostete Fahrzeuge kurz vor der Verschrottung und nicht um die einst so hippen Stromer.

Schon im November vergangenen Jahres zeigte eine Studie, dass Elektroautos innerhalb von fünf Jahren deutlich mehr an Wert verlieren als Verbrenner- und Hybridmodelle. Das Portal iSeeCars hat die Verkäufe von 1,1 Millionen Fahrzeugen in den USA zwischen November 2022 und Oktober 2023 analysiert. Demnach verlieren Elektroautos innerhalb von fünf Jahren durchschnittlich 49,1 Prozent an Wert.

Dies liegt deutlich über dem Durchschnitt, der über alle Fahrzeuge hinweg bei 38,8 Prozent liegt. Hybridmodellen verloren 37,4 Prozent, selbst die von den grünen Klima-Ideologen gehassten, aber dennoch gern gefahrenen SUVs verloren mit 41,2 Prozent weniger als Elektroautos.

»Die Preise für E-Autos werden deutlich fallen müssen«

Diese Entwicklung zeigt einmal mehr: Ohne die massiven staatlichen Fördergelder aus Steuermitteln wäre der Markt für Elektroautos kaum in Gang gekommen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern ist auch im Ausland zu beobachten – allen voran im Vorzeigeland Norwegen. Mit einem ganzen Bündel an Subventionen schafften es die Skandinavier, den Marktanteil von Stromern im vergangenen Jahr auf weltweit einmalige 83 Prozent zu hieven.

Nachdem die Steuererleichterungen für Neuwagen gesenkt wurden und Vorteil für elektrische Dienstwagen wegfiel, gingen die Neuzulassungen von Elektroautos erstmals seit 2016 zurück. Marktkenner rechnen mit einem prozentual zweistelligen Minus.

Der Preisverfall der Stromer wird sich Experten zufolge weiter fortsetzen – während die Restwerte von Benzinern vergleichsweise stabil bleiben dürften. Laut dem Bundesverband freier Kfz-Händler ist die Nachfrage nach den Akku-Modellen „sehr schlecht“. „Um die Kaufmotivation wieder zu entfachen, werden die Preise für E-Autos deutlich fallen müssen“, zitiert das „Handelsblatt“ Ajay Bhatia, Geschäftsführer der Online-Fahrzeugmarktplattform „mobile.de“. Der Chef des Opel-Mutterkonzerns Stellantis, Carlos Tavares, warnt derweil vor einem „Blutbad“ mit schädlichen Effekten für die Restwerte von älteren Pkw.

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