AfD-Christ: "Die Unvereinbarkeit beinhaltet keine Distanzierungspflicht"
Bild Gerald Christ, Vorsitzender der AfD-Bonn: zVg

In der vergangenen Woche strahlte der WDR einen Beitrag über die nordrhein-westfälische AfD aus, in dem die Vernetzung mit dem patriotischen Vorfeld künstlich skandalisiert wurde. Unter anderem wurde darin eine Wanderung der patriotischen Aktivistengruppe „Revolte Rheinland“ thematisiert, an der Gerald Christ, Vorsitzender der AfD-Bonn, teilgenommen haben soll. Dazu wurde AfD-NRW-Chef Martin Vincentz vom WDR befragt. Dieser kündigte an, Christ aus der Partei zu werfen, sollte er sich nicht distanzieren. Info-DIREKT hat hat bei Gerald Christ nachgefragt, was er dazu sagt.

Info-DIREKT: Herr Christ, was war Ihr erster Gedanke, als Sie den WDR-Bericht gesehen haben?

Gerald Christ: Über die grotesken Beschädigungsversuche der Leitmedien kann ich stets herzlich lachen. Ich finde es immer amüsant, wenn die Presse sich über die AfD aufregt. Was allerdings Herrn Vincentz Äußerungen angeht, muss ich zugeben, dass ich geschockt war. Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet.

Info-DIREKT: Wurde denn von Herrn Vincentz vorab mit Ihnen das Gespräch gesucht?

Christ: Nein, bis heute nicht.

Info-DIREKT: Auf welcher Grundlage könnte ein Parteiausschluss von Ihnen überhaupt erfolgen?

Christ: Ich kann da nur spekulieren. Die Gruppierung „Revolte Rheinland“ wurde am 18.12.2023 per Beschluss des Bundesvorstandes auf die sog. „Unvereinbarkeitsliste“ gesetzt. Möglicherweise wird mir zur Last gelegt, ich hätte gegen diesen Parteibeschluss verstoßen, weil ich mich auf mehrere Presseanfragen nicht von der „Revolte“ distanziert habe.

Info-DIREKT: Haben Sie den Unvereinbarkeitsbeschluss denn gebrochen?

Christ: Ganz klares „Nein“! Die Unvereinbarkeitsliste wird von §2 Abs. 4 der AfD-Bundessatzung geregelt. Dort ist ausschließlich die Parteimitgliedschaft Thema. Laut Satzung ist eine gleichzeitige Mitgliedschaft in der AfD und einer Organisation auf der Unvereinbarkeitsliste nicht möglich. Die Unvereinbarkeit beinhaltet aber kein Kontaktverbot und erst recht keine „Distanzierungspflicht“. Demnach wurde der Beschluss durch mich nicht verletzt, da ich nie Aktivist bei „Revolte Rheinland“ gewesen bin.

Info-DIREKT: Warum tun Sie sich diesen Ärger überhaupt an? Wäre es nicht viel leichter, sich von „Revolte Rheinland“ zu distanzieren? Dann hätten Sie Ihre Ruhe.

Christ: Als Teil der patriotischen Opposition empfinde ich es als meine Pflicht, mit dem politischen Vorfeld im Sinne einer „Mosaikrechten“ Kontakt zu halten und es zu fördern. Unsere Gegner auf der Linken tun dies seit über 50 Jahren und haben damit Sieg um Sieg eingefahren. Auf Zuruf der AfD-feindlichen Presse werde ich mich nicht von Patrioten distanzieren. Das wäre ein Zeichen von Schwammigkeit, Schwäche und mangelnder Souveränität. Unsere Wähler wollen sowas nicht sehen, die sehnen sich nach einer mutigen AfD, die mit klaren Aussagen, Stabilität und einem gesunden Trotz dem linken Zeitgeist Paroli bietet. Wer sich distanziert, verliert!

Hintergrundwissen:

Martin Vincentz, Fraktions- und Parteichef der AfD in Nordrhein-Westfalen, ist in den letzten Monaten vor allem durch Distanzierungen von anderen Patrioten und Anbiederungen an das Establishment aufgefallen. So sprach er bspw. in einer Landtagsrede davon, dass „deutsche Schuld“ nicht bedeute, dass man sich pazifistisch zurücklehnen könne, wenn Israel angegriffen werde. Auch in diesem Zusammenhang distanzierte er sich auf Zuruf politischer Gegner von seinen eigenen Parteikollegen. Info-DIREKT berichtete darüber im 49. Info-DIREKT Magazin und online. Zudem soll es innerhalb der AfD-Landtagsfraktion in NRW zu einer Entlassung gekommen sein, weil ein Fraktionsmitarbeiter die Abschiebung von Jesiden gefordert haben soll. Was es mit den Jesiden auf sich hat, lesen Sie hier. Scharfe Kritik am Verhalten von Martin Vincentz gab es übrigens auch beim „Heimatkurier“ zu lesen (hier und hier).

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Der patriotische Dreiklang – Info-DIREKT, Ausgabe 49

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Von Veritatis

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