Während die Spannungen rund um das Südchinesische Meer zwischen der Volksrepublik China und den Philippinen unter der Marcos-Administration zunehmen, führt der südostasiatische Inselstaat nun gemeinsame Marineübungen mit den US-Streitkräften durch. Es sind die größten Übungen, die bislang von den beiden Ländern gemeinsam abgehalten werden.

Die Philippinen – für mehrere Jahrzehnte eine US-Kolonie – gelten als wichtiger Brückenkopf Washingtons in Südostasien. Waren die Beziehungen unter Präsident Rodrigo Roa Duterte etwas frostig, so scheint dessen Nachfolger, Ferdinand „Bongbong“ Marcos Jr., wieder die Nähe Uncle Sams zu suchen. Beobachter gehen davon aus, dass sich Marcos dadurch das Wohlwollen Washingtons sichern will, um das in der Schweiz befindliche eingefrorene Familienvermögen aus der Zeit der Diktatur seines Vaters wieder freizubekommen.

Kein Wunder also, dass er immer wieder Drohungen gegenüber Peking ausspricht. Denn im Südchinesischen Meer, wo die Anrainerstaaten überlappende Gebietsansprüche haben, errichten die Chinesen künstliche Inseln und Marinestützpunkte. Immer wieder kommt es dort zu Zusammenstößen zwischen chinesischen Schiffen (von der Marine, aber auch von Fischerbooten) mit jenen der Philippinen. Marcos warnte die Führung des Nachbarlandes erst kürzlich davor, mit Gewalt reagieren zu wollen, wenn durch die Auseinandersetzungen in der Westphilippinischen See, wie das Gebiet von Manila bezeichnet wird, auch nur ein Filipino sein Leben lassen werde.

Die aktuellen gemeinsamen Marineübungen der Militärs der Philippinen und der Vereinigten Staaten von Palawan und Batanes aus im Südchinesischen Meer werden „nicht nur die größten, sondern auch die komplexesten“ Manöver der beiden Streitkräfte sein, so US-Medienberichte. Immerhin nehmen rund 16.000 Soldaten daran teil. Die gemeinsamen Übungen – Codename Balikatan (Schulter an Schulter) – werden sich unter anderem auf „die Einnahme maritimer Gebiete, HIMARS-Infiltrationen sowie Küstenverteidigungs- und Seestreikoperationen“ konzentrieren, heißt es.

Wie zu erwarten, hat Peking die Kriegsspiele als Provokation kritisiert, wobei der chinesische Außenamtssprecher Lin Jian vor der Platzierung und Stationierung von US-Waffensystemen „vor Chinas Haustür“ warnte. Er machte die Philippinen auch darauf aufmerksam, dass es „schwerwiegende Konsequenzen hat, sich den Vereinigten Staaten anzubiedern.“

Es ist anzunehmen, dass Peking auch einige Kriegsschiffe in die Nähe des Übungsgebietes entsendet, um so „Flagge zu zeigen“. Doch auf die regionale Stabilität dürfte das Ganze nicht unbedingt positive Auswirkungen haben.





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Von Veritatis

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