Der Eindruck ist entsprechend!

Englands Fourth of July, so ist ein Beitrag von Rainer Bonhorst auf der Achse des Guten überschrieben, ein Beitrag, in dem es angeblich um die Wahlen im Vereinigten Königreich gehen soll.

Tut es aber nicht.

Einmal mehr haben wir einen Beitrag gelesen, in dem jemand seinen Brexit-Komplex verarbeitet, damit umzugehen versucht, dass eine große Mehrheit britischer Bürger für den Brexit gestimmt und die EU verlassen hat. Das scheint in manchen Kreisen immer noch eine Form der Häresie zu sein. Dass es bei der ARD als Häresie gilt, die gottgleiche EU voller regelungswütiger, langsam größenwahnsinnig werdender Kleinlichter zu verlassen, entspricht unserer Erwartung. Dass man bei der Achse des Guten in dasselbe Horn stößt und als Konsequenz das, was im Vereinigten Königreich derzeit los ist, ausschließlich aus einer Brexit-Brille betrachtet, hat uns doch überrascht, wobei wir zugeben müssen, ob der unsäglichen und aufdringlichen Werbung bei der Achse Schwierigkeiten gehabt zu haben, dem eigentlichen Text zu folgen.

Was uns indes noch viel mehr verwundert hat, sind die einfachen Überzeugungen und die Lobhudelei für Keir Starmer, die Rainer Bonhorst, (geboren 1942 in Nürnberg, arbeitete als Korrespondent der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) in London und Washington. Von 1994 bis 2009 war er Chefredakteur der Augsburger Allgemeinen Zeitung) in seinem Beitrag zum Besten gibt, z.B. dann, wenn er „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ einen Wahlsieg von Labour in „historischem Ausmaß“ vorhersagt, weil es die meisten Meinungsforschungsinstute mit ihren unsäglichen MRP-Modellen vorhersagen. Z.B. dann, wenn er vorhersagt, dass Keir Starmer das Vereinigte Königreich wieder an die EU, die heilige EU, deren Monstranz Bonhorst vor sich schwenkt, heranführen wird, und zwar in kleinen Schritten.

Warum in kleinen Schritten?
Man liest und staunt: Seine Wähler machen große Schritte nicht mit, erklärt Bonhorst. Viele Labour-Wähler haben für den Brexit gestimmt und wären ärgerlich auf Starmer, würde er ihn rückgängig machen, würden nicht für ihn stimmen, wenn sie es wüssten. Deshalb redet der für Bonhorst „geschickte Starmer“ in unverbindlichen Leerformeln, macht keine konkreten Aussagen, um nicht die Stimmen der Labourwähler zu verlieren, die 2019 und wegen des Brexit zu Boris Johnson und den Conservatives übergelaufen sind. Bonhorst redet hier Wählerbetrug gut, eine unter denen, die sich für intellektuell halten, weit verbreitete Delinquenz, die sie als eine Form „Kavaliersdelikt“ anzusehen scheinen.

Indes, was viel ärgerlicher ist als das Gutreden von Wahlbetrug ist die Überzeugung von Bonhorst, dass die Labour-Wähler, die 2019 aus Ärger über die Haltung von Labour zum Brexit Conservatives gewählt haben, „to get Brexit done“, nun, weil Brexit von den Konservativen verraten und alle Versprechen in die Luft geschrieben wurden, reumütig zu Labour zurückkommen, einer Partei, die ihre Haltung zum Brexit nicht verändert hat.

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Neben dem Gutreden von Wahlbetrug findet sich bei Pseudo-Intellektuellen häufig auch diese Überzeugung, man sei intelligenter als diejenigen, über die man schreibt. Tatsächlich weiß NIEMAND, was in der Red Wall bei dieser Wahl geschehen wird, aber kaum jemand behauptet, dass die ehemaligen Labourwähler in Scharen zu Labour zurückkehren werden. Die letzten Nachwahlen zum Unterhaus haben gezeigt, dass es Labour nicht gelingt, Stimmen hinzuzugewinnen, bestenfalls die eigenen Verluste geringer zu halten als dies bei Conservatives der Fall ist. Seither zeigen viele Umfragen zur Wahlabsicht, dass Wähler im Norden eine neue Alternative entdeckt haben, eine, die Bonhorst nicht mag, denn Bonhorst ist ein EU-Adept, der schon aus diesem Grund, Nigel Farage nicht ausstehen kann, ist doch Nigel Farage der Architekt des Brexit. Und obschon wir nach zwei Dritteln des Beitrags von Bonhorst gedacht haben, da schreibt einer einen Beitrag über die Wahlen im Vereinigten Königreich und erwähnt die Partei, von der im Vereinigten Königreich jeder spricht, mit keiner Silbe und diese Vermutung sich kurz vor Schluss als falsch erwiesen hat, zeigt das, was Bonhorst über Nigel Farage zu verbreiten weiß, doch einmal mehr, wie wenig er von britischer Politik versteht:

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„Und dann sind da noch die schwer zu berechnenden Dinge. Da ist zum Beispiel Englands härtester EU-Gegner, der frühere Europa-Abgeordnete Nigel Farage mit seiner „Reform UK“. Er ist plötzlich aus dem Hintergrund nach vorn getreten und wird den Konservativen weitere Stimmen stehlen. Aber nicht nur ihnen. Auch Labour ist da nicht ganz immun. Interessant auch die Liberaldemokraten. Ihr Erfolg hängt auch davon ab, wie klug sie sich mit Labour abstimmen. Das englische Wahlsystem gibt ja nur jedem Wahlkreissieger einen Platz im Unterhaus. Je weniger sich Labour und die befreundeten LibDems gegenseitig das Wasser abgraben, desto besser für beide.

Keir Starmers lästigste Sorge ist derzeit Israel. Er steht zu Israels Recht auf Selbstverteidigung, hat aber unter seinen potenziellen Wählern viele moslemische Israel-Hasser und linke Palästinenser-Romantiker. Sich da durchzulavieren, ist angesichts der hochfliegenden Emotionen ein ernstes Problem. Da drohen ein paar Rückschläge, auch wenn sie sicher nicht wahlentscheidend sein werden.

Also, eine ganz freie Bahn gibt es nicht einmal für den ungekrönten König dieses vierten Juli.“

Farage wird Stimmen „stehlen“, denn natürlich sind alle Stimmen erst einmal Eigentum von Labour und Conservatives. Tauchen sie bein einer anderen Partei auf, dann müssen sie gestohlen sein. An ihren Worten sollt ihr sie erkennen und einmal mehr ist es so, dass sich EU-Fans als antidemokratische Fanatiker erweisen, die den Erfolg der LibDims davon abhängig machen, ob es ihnen gelingt, die Wähler vor Ort um eine Wahl zu betrügen. Bonhorst nennt das „Wasser abgraben“ und favorisiert einen Wahlpakt zwischen Ed Daveys und Keir Starmers Meute, gegen den die Electoral Commission im Vereinigten Königreich einige Einwände vorzubringen hätte, gemeinhin in Form einer Disqualifikation der an Absprachen beteiligten Kandidaten. Aber EU-Liebe macht offenkundig blind, blind gegenüber demokratischen Gepflogenheiten, blind gegenüber Anstand und Recht und vor allem blind gegenüber denen, die man nicht mag.

Das bringt uns zurück zu Reform UK, der Partei, über die im Vereinigten Königreich jeder spricht.
Wird Reform UK ins Unterhaus einziehen?
Wird Reform UK Sitze gewinnen?
Wenn ja, mehr als 10, weniger als 10, mehr als 20…?
Wird Reform UK die Tories als Opposition ablösen, weil es wichtig ist, dass das Vereinigte Königreich überhaupt wieder eine Opposition im House of Commons sitzen hat, nachdem die Tories und Labour in den letzten Jahren weitgehend gemeinsame Sache gemacht haben?

All das, was die heutige Wahl prägt, all das, was im Vorfeld diskutiert wurde, was Rishi Sunak mehr als eine schlaflose Nacht gebracht hat und manchen Labour Kandidaten, darunter Angela Rayner, Starmers Nummer 2 und Figurehead der extremen Linken, die anders als Bonhorst schreibt, nicht mit Jeremy Corbyn aus der Partei verschwunden ist, sondern weiter vorhanden ist, nur eben nicht so lautstark wie unter Corbyn, etwas, das sich nach der Wahl ändern wird, be certain about it, unruhig werden und bei Muslimen zu Kreuz kriechen lässt, um die eigene Wiederwahl zu sichern. Und dann ist da noch George Galloway und seine Workers Party, die versucht, Kapital daraus zu schlagen, dass Labour in vielen Teilen der Midlands und des Nordens von England auf Stimmen von Muslimen angewiesen ist, von eben diesen Muslimen, die mit Labour unzufrieden sind, weil Labour sich zu Israel und nicht zu Palästinensern bekennt, offiziell, denn unter der Decke brodelt es.

Das alles, die realen Dinge, die diese Wahl prägen und letztlich entscheiden werden, interessiert Rainer Bonhorst nicht. Er schwelgt in EU-Nostalgie und hofft, dass Keir Starmer nach der Wahl vergisst, was er vor der Wahl gesagt hat, um das Vereinigte Königreich wieder in die EU, den Binnenmarkt, die Zollunion zu stopfen, Marke: „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern“. Offenkundig würde es Bonhorst begrüßen, wäre Starmer einer dieser Opportunisten, die schwätzen, was sie glauben, dass andere hören wollen, um dann, nachdem sie sich deren Unterstützung erschlichen haben, etwas ganz anders zu tun.

Einmal mehr redet Bonhorst dem Wahlbetrug das Wort.
Widerlich.

Indes, bei Starmer könnte er jemanden gefunden haben, der auf derselben devianten Wellenlänge unterwegs ist, der genauso tickt, genau im selben intellektuellen Selbstbetrug lebt: der Ansicht so unglaublich klug zu sein, dass man andere übertölpeln könne.

Sir Keir Starmer weiß zwar nicht, wofür er steht, aber er weiß, wofür er kniet…

Starmer taking the knee for Black Lives Matter

Manchen Leuten gefällt so etwas.
Wir hätten diese Leute indes nicht bei der Achse des Guten vermutet…

Falls Sie sich für das Phänomen „Reform UK“ interessieren, dann vermitteln die folgenden 40 Minuten, ein Ausschnitt aus der größten Wahlkampfveranstaltung, die das Vereinigte Königreich in den letzten Jahrzehnten gesehen hat, einen guten Eindruck.

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Von Veritatis

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