„Hi and welcome back. Wir sind Sans Chris. Heute ist meine bessere Hälfte bei mir. Larry Johnson, ein Mann, der keiner Vorstellung bedarf – ehemaliger CIA-Analyst und Terrorismusbekämpfungsbeamter des State Department. Ich könnte mir keinen besseren Gast wünschen, um zu besprechen, was auch immer da letzte Nacht passiert ist.“ Mit diesen Worten begrüßt Sarah ihren Gast, und was folgt, ist ein beinahe einstündiges Protokoll voller Ungereimtheiten, schwerer Anschuldigungen und einer erschütternden These: Die jüngste „Schießerei“ im Umfeld von Donald Trump war keine Panne, sondern eine Inszenierung – eine, die tiefe Risse im Fundament des US-amerikanischen Sicherheitsapparats offenlegt.

Ein Abend der Absurditäten

Es sollte ein großer Auftritt werden. Mitten im politischen Herbst, während sich die Schatten eines möglichen Krieges mit Iran über den Nahen Osten legen, traf sich die politische Elite in einem vornehmen Hotel in Washington, D.C. – jenem Hilton an der Connecticut Avenue, das traurige Berühmtheit erlangte, als hier 1981 ein Attentäter auf Ronald Reagan schoss. Doch was sich an jenem Abend ereignete, so argumentiert der ehemalige CIA-Analyst Larry Johnson im Gespräch mit dem Medium „Sans Chris“, übertraf selbst die kühnsten Drehbücher eines Verschwörungsthrillers.

Denn anstatt eines klaren Sicherheitsprotokolls bot sich den Anwesenden ein Szenario, das von ominösen Details nur so strotzt: Ein selbsternannter „Mentalist“ auf der Bühne, der den Namen des ungeborenen Kindes von Pressesprecherin Karoline Leavitt errät – im exakt selben Moment, als draußen Schüsse fallen. Eine First Lady, die entsetzt dreinschaut, während ihr Ehemann, Donald Trump, regungslos und fast wissend auf seinem Platz verharrt. Und ein Vizepräsidentschaftskandidat, JD Vance, der als Erster von der Bühne gezerrt wird – während die zu schützende Hauptperson satte zwanzig Sekunden später folgt.

„Das verstößt gegen jedes erdenkliche Protokoll des Secret Service“, sagt Johnson, der seine Analyse nicht allein auf seine jahrelange Erfahrung im Nachrichtendienst stützt, sondern sie mit zwei hochkarätigen Experten abgeglichen hat: Einem ehemaligen Leiter von Ronald Reagans Sicherheitsdetail sowie einem früheren Mitglied des FBI-Hostage Rescue Teams. „Die erste Person, die von dieser Bühne geholt wurde, war JD Vance. Nicht Trump. Das ist inexkutabel. Entweder ist Vance nun der amtierende Präsident – oder hier lief etwas gewaltig schief.“

Die seltsame Sicherheitslücke

Wie kann ein Bewaffneter mit einer Schrotflinte ungehindert einen Aufzug in einem Hotelfoyer verlassen, an mehreren Sicherheitsposten vorbeilaufen und erst dann gestoppt werden, nachdem er bereits geschossen hat? Für Johnson ist die Antwort einfach: Die Sicherheitsarchitektur war nicht nur lückenhaft – sie war bewusst geöffnet worden.

Normalerweise, so der ehemalige Analyst, werde um jedes derartige Ereignis ein mehrstufiger Perimeterschutz errichtet. Ein äußerer Ring kontrolliert den Zutritt zum Hotel selbst. Ein innerer Ring sichert das Foyer. Und direkt vor dem Ballsaal stünden mindestens zwei bewaffnete Beamte des Secret Service, die jeden, der eine Waffe zieht, sofort niederstrecken würden.

„Nichts davon war vorhanden“, stellt Johnson fest. „Keine Metalldetektoren, keine Posten, kein Schusswechsel – obwohl behauptet wird, es habe Schüsse gegeben. Wir haben ein Bild des Täters am Boden. Er ist unversehrt. Keine Einschusslöcher. Wie haben sie ihn gestoppt? Durch Tackling? Einen Mann mit geladener Schrotflinte tackelt man nicht – man erschießt ihn, bis er aufhört sich zu bewegen.“

Die Patsy-Theorie: Ein Werkzeug der Narrative

Johnson zögert nicht, das auszusprechen, was viele in den sozialen Medien nur flüstern: „Ich persönlich glaube, dass diese Sache inszeniert war.“ Dabei differenziert er präzise zwischen dem, was der Schütze selbst glaubte, und dem, was ihn dazu machte. Der 31-jährige Student – ein kluger, aber kein Waffenexperte – habe seine Waffen legal in Kalifornien erworben. Doch statt das Flugzeug zu nehmen, um schneller ans Ziel zu gelangen, setzte er sich zwei Tage lang in einen Zug.

„Das allein sagt mir, dass jemand ihm geholfen hat“, so Johnson. „Dies war kein einsamer Wolf. Dass er mit einer .380 unterwegs war – einer Kalibergröße, die wegen ihres geringen Rückstoßes vor allem von Frauen oder Personen mit schwachem Griff genutzt wird – spricht nicht für einen professionellen Auftragsmörder. Er wurde zu einem ‚Patsy‘ gemacht, zu einem Werkzeug, das für eine größere Geschichte büßen sollte.“

Ein Narrativ, das sich nahtlos in frühere Fälle einfügt: die angebliche Verschwörung zur Entführung von Gouverneurin Gretchen Whitmer im Jahr 2020, bei der das FBI selbst als Agitator auftrat. „Auch dort wurden Menschen von den Behörden erst zu einer Tat angestachelt, um sie dann als Verbrecher darzustellen“, erinnert Johnson. Der eigentliche Zweck: Sympathie generieren. Trump, der in den Umfragen schwächelt, könne sich nun als von Gott Erwählter inszenieren – als jemand, den die Kugel nicht treffen kann.

Das Manifest – ein Selfie der Verwirrung

Das am nächsten Tag veröffentlichte „Manifest“ des Täters, beginnend mit der fast lächerlich harmlosen Zeile „Hallo zusammen“ („Hello everybody“), liest sich aus Sicht Johnsons wie ein weiterer Beleg für die These. Merkwürdig ist nicht allein der Ton, sondern der Inhalt: Der Autor entschuldigt sich bei seinen Mitreisenden und den Gepäckträgern – nicht etwa bei seinen potenziellen Opfern. Er spricht von „erwarteten Regeln des Engagements“ und erwähnt namentlich den umstrittenen FBI-Direktor Kash Patel, den er als „Mr. Patel“ tituliert und von der Schusslinie ausnimmt.

„Warum sollte ein Attentäter explizit sagen, dass er eine bestimmte Person nicht treffen will?“ fragt Johnson rhetorisch. „Vielleicht, weil Mr. Patels Leute diejenigen waren, die ihn auf diesen Weg gebracht haben.“ Eine absurde Beschreibung des eigenen Mordversuchs folgt: Der Täter hoffe, seine Ziele trügen kugelsichere Westen, weil eine Schrotflinte ohne Schutz zu tödlich wäre – nur um später, im selben Schreiben, anzukündigen, er werde ausdrücklich Schrot anstelle von Flintengeschossen (Slugs) verwenden, „um die Zahl der Toten zu minimieren“. Johnson schüttelt den Kopf: „Dieser Text wurde nicht von einem entschlossenen Attentäter geschrieben. Das ist ein verwirrter, ferngesteuerter junger Mann, der etwas tut, von dem er glaubt, dass es richtig ist – während andere die Strippen ziehen.“

Cash Patel und der personelle Scherbenhaufen

Ein weiterer Akteur, der an diesem Abend für Stirnrunzeln sorgt, ist ausgerechnet der Mann an der Spitze des FBI: Kash Patel. Während im Inneren noch die Aufräumarbeiten laufen, zeigen Aufnahmen den FBI-Direktor, wie er scheinbar orientierungslos vor dem Hotel umherirrt – und, so wird gemunkelt, ein Uber ruft. Johnson, der sich auf Informationen aus erster Hand aus dem Bureau beruft, fällt ein vernichtendes Urteil: „Patel ist inkompetent. Er hat ein Alkoholproblem, schläft bei Besprechungen ein – es ist ein Desaster. Dass genau dieser Mann nun für die Sicherheit eines ehemaligen Präsidenten mitverantwortlich zeichnet, ist eine Tragödie.“ Bereits in der Vergangenheit, so Johnson, habe er selbst Informationen über angebliche Spitzelaktivitäten der Briten gegen Trump an den damaligen Geheimdienstausschuss-Vorsitzenden Devin Nunes weitergegeben – Informationen, die Patel dann für dessen erste Ermittlungen nutzte. Heute sei Patel jedoch eine Belastung.

Die globale Bühne: Iran-Krieg und die Falkland-Frage

Doch so sehr sich die Kameras auf das dramatische Dinner richten, so sehr übersehen sie, so Johnson, die viel größere Gefahr, die am Horizont lauert. Während der ehemalige Analyst die Ereignisse in Washington als „Ablenkungsmanöver“ bezeichnet, zeichnet sich am Persischen Golf eine militärische Eskalation ab, die ihrer eigenen Logik folgt. Zwar seien die Flugzeugträger und Raketenzerstörer in Stellung gebracht worden – doch nun meutert das Militär. „Die Kommandeure der Luft- und Seestreitkräfte im CENTCOM haben dem Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs mitgeteilt: Wir sollten das nicht tun. Wenn wir angreifen, wird das eine echte Katastrophe für uns und Israel.“ Der Grund: Die US-Truppen in den Golfstaaten wären wehrlos gegen Irans Kurz- und Mittelstreckenraketen sowie eine Flut von Drohnen. Die Patriot- und THAAD-Abwehrsysteme seien, so Johnson, faktisch leer – die Produktion könne mit dem Verbrauch nicht mithalten, und China unterbinde zudem die Lieferung seltener Erden, die für die Herstellung der Abfangraketen benötigt werden. „Wir haben keine gute militärische Option mehr. Nicht mehr. Das ist die neue Realität seit 23 Jahren.“

Parallel dazu, so Johnson, brodelt es auf einem zweiten, fast vergessenen Schauplatz: den Falklandinseln. Der argentinische Präsident Javier Milei, innenpolitisch schwer angeschlagen, droht erneut mit der Rückeroberung der „Malvinas“. „Das ist dieselbe Taktik wie unter der Militärjunta 1982: Ablenkung von innenpolitischen Problemen. Nur diesmal, so glaube ich, wäre Argentinien erfolgreich. Großbritannien kann keine Flotte mehr losschicken – und Trump würde Starmer nicht helfen, selbst wenn er in Flammen stünde.“ Besonders pikant: Unter den Inseln liegt das von Israelis betriebene „Sea Lion“-Ölfeld. Dass Milei kurz zuvor in Jerusalem die „Isaac Accords“ unterzeichnete, mag Zufall sein – oder ein weiteres Indiz für die verwobenen Interessen in dieser neuen Weltordnung.

Ein unhaltbarer Zustand

Was bleibt, ist der bittere Nachgeschmack eines Systems, das, so Johnson, an seiner eigenen Schwerfälligkeit und Korruption zu zerbrechen droht. Drei Anschlagsversuche auf Trump – und jedes Mal versagt der gleiche Geheimdienst. „Der Secret Service ist nicht nur kaputt, er ist nicht richtig geführt. Die Frage ist: Warum?“, fragt Johnson.

Eine Antwort liefert er nicht direkt, aber er lässt sie zwischen den Zeilen seines Gesprächs mitschwingen. Vielleicht, weil manche den Dienst an ihrer wahren Schutzperson versagt haben – vielleicht, weil sie einer anderen Agenda folgten. Ob es die Rettung einer sinkenden Kampagne ist, die Stärkung eines göttlich erwählten Führers oder die Ablenkung von einem sinnlosen Krieg: Die Fäden all dieser Ereignisse scheinen an derselben Marionettenstange zu ziehen.

„Wir werden sehen, was sich entwickelt“, schließt Johnson. „Eines ist sicher: Bisher glaube ich nicht eine Sekunde an die offizielle Version.“ Und angesichts eines Schützen ohne Kugeln, eines Präsidenten, der nicht flieht, und eines Geheimdienstes, der vergisst, das Feuer zu erwidern, bleibt dem aufmerksamen Beobachter auch kaum etwas anderes übrig.



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