Kryptobörsen bauen massiv Personal ab, „Land unter“ in den Finanzämtern und die Koalition in der Berlin ist ohne Mehrheit. Falls an diesem Wochenende gewählt würde. Ein unvollständiger Rückblick auf Nachrichten der vergangenen Tage.

Entlassungswelle bei Kryptos

Gleich mehrere Kryptowährungsdienste haben Entlassungen angekündigt. Die größte US-Kryptobörse Coinbase will 950 Mitarbeiter und damit jeden Fünften entlassen, bei Coinbase werden unter anderem Bitcoin und Ether gehandelt. Die insbesondere in Asien wichtige Börse Huobi will ebenfalls 20 Prozent ihrer Belegschaft entlassen, es gibt Sorgen über die finanzielle Stabilität des Unternehmens. Der Kryptowährungshändler Genesis wird sich von 30 Prozent der Mitarbeiter trennen, nachdem bereits  im August 20 Prozent entlassen wurden. Er hat damit nur noch 145 Mitarbeiter. Auch die Muttergesellschaft von Genesis, die Digital Currency Group (DCG) hat Probleme. Die US-Behörden haben Ermittlungen aufgenommen, die US-Finanzaufsicht SEC prüft Transaktionen von Genesis und DCG.

Digitale Kennzeichen gehackt

Kalifornien erlaubt seit einigen Monaten digitale Nummernschilder an Autos. Über eine Schwachstelle bei einem Hersteller konnten diese Schilder durch ein Team um den Sicherheitsforscher Sam Curry gehackt werden. Sie konnten den Standort aller Fahrzeuge ermitteln und zumindest teilweise verändern. Sie hätten auch alle Fahrzeuge als gestohlen melden und die Polizei darüber informieren können. Alle Daten zu den Fahrzeughaltern waren abrufbar. Mittlerweile hat der Hersteller Reviver die Lücke in seiner Software behoben. Diese Kennzeichen bestehen aus elektronischen Papier und enthalten eine SIM-Karte mit personalisierten Nachrichten. Diese kann aus der Ferne geortet und kontaktiert werden.

Ein Roboter als heimlicher Anwalt

Im Februar wird erstmals ein Anwalt einen Mandanten vor Gericht vertreten, der weder Jura studiert hat noch ein Mensch ist. Eine KI des Unternehmens Donotpay soll (zunächst als Vorreiter in den USA) dafür sorgen, dass ein Prozess um einen Strafzettel fallen gelassen wird. Donotpay ist darauf spezialisiert, Rückerstattungen zu erhalten, Parktickets anzufechten und Rechnungen zu senken. Die KI läuft auf einem Smartphone im Gerichtssaal und hört die Argumentation des Gerichts. Antworten werden für den Angeklagten formuliert, die ihm in Echtzeit über ein bluetoothfähiges Hörgerät mitgeteilt werden. Damit kann sich der Angeklagte entsprechend verteidigen. Wenn der Roboter den Fall verliert, übernimmt Donotpay alle Bußgelder.

 

Gentlemen-Image in Gefahr

Der Snooker-Sport wird von einem Wett- und Betrugsskandal erschüttert. Die beliebte Billardvariante, die auch als Gentlemen-Sport gilt, ist wegen der Spielweise für Wetten und Manipulationen anfällig. Gegen zehn Spieler aus China hat der Weltverband Untersuchungen eingeleitet. Sollten sich die schweren Vorwürfe bestätigen – es geht um verbotene Absprachen –, fordert Ex-Weltmeister Shaun Murphy eine lebenslange Sperre. In dem „Match-Fixing“ benannten Skandal sei der Betrugsumfang gewaltig, es seien keine Einzelfälle mehr. Der Vorwurf lautet: Ergebnisse sollen abgesprochen worden sein, um bei den Wetten hohe Geldbeträge einzunehmen.

Garmisch-Partenkirchen verliert Weltcup

Der Ski- und Snowboard-Weltverband FIS hat Garmisch-Partenkirchen die Ausrichtung der alpinen Weltcup-Rennen Ende Januar entzogen. Es fehlt der Schnee. Hinzu kämen „ungünstige Wettervorhersagen“. Die obligatorische Schneekontrolle in der nächsten Woche hätte der Veranstalter nicht überstanden. Nun sucht der Verband einen Ersatzort. Gleichzeitig befürchtet Norwegen zu viel Schnee, gesprochen wird von einer „Schneehölle“ zu den nationalen Meisterschaften im Skispringen am Wochenende.

Kurzerhand die Stadt umbenannt

Der französische Bürgermeister Bertrand Kern wandelt seine Stadt für ein Jahr in die weibliche Form um: Aus dem Stadtnamen „Pantin“ wird „Pantine“. Mit dieser Entscheidung will er die Gleichstellung der Geschlechter herausfordern. In den sozialen Medien hatte der sozialistische Bürgermeister erklärt, dies sei sein Neujahrsvorsatz (oder -gelübde) und ein Weg, eine positive Botschaft zu vermitteln. Ob diese Botschaft angekommen ist, ist fraglich. Die Idee wird stark kritisiert und zieht viel Spott auf sich.

„Land unter“ in Finanzämtern

Weil Millionen Grundstückseigentümer wegen der Neuberechnung der Grundsteuer eine Steuererklärung abgeben müssen, geraten die Finanzämter offenbar an die Grenze ihrer Kapazitäten. Die Behörden müssen 36 Millionen zusätzliche Anträge bearbeiten, drei Wochen vor Fristablauf haben erst 50 Prozent ihre Unterlagen eingereicht. Belasten würde die Finanzverwaltung außerdem die jüngsten Entlastungspakte der Regierung. Auch die Bearbeitung der aktuellen Einkommensteuererklärungen für Arbeitnehmer und Selbstständige verzögert sich.

Wirtschaftsweise empfiehlt Rentenkürzung

„Besonders hohe Renten“ solle man „künftig abschmelzen“, um das deutsche Rentensystem zu sichern. Das schlägt die Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Monika Schnitzer, vor. Das Renteneintrittsalter solle schrittweise auf 70 Jahre angehoben, die Beitragssätze erhöht werden. Und damit dürfe die Regierung nicht unnötig warten. Vielmehr müsse sie diese „jetzt schon anheben, um die starke Babyboomer-Generation, die bald in Rente geht, noch an den Kosten zu beteiligen“. Finanzexperten raten, sich nicht auf die gesetzliche Rentenversicherung zu verlassen.

Unwort des Jahres

Der Begriff „Klimaterroristen“ ist zum „Unwort des Jahres“ 2022 gekürt worden. Mit dem Begriff würden pauschal Menschen diskreditiert, die sich für Klimaschutzmaßnahmen einsetzten, begründete die Jury ihre Wahl am 10. Januar in Marburg. Sie kritisierte die Verwendung des Begriffs, weil Aktivisten mit Terroristen „gleichgesetzt und dadurch kriminalisiert und diffamiert werden“. In diesem Zusammenhang wurden auch die Wörter Klimaterrorismus, Ökoterrorismus, Klima-Kleber oder Klima-RAF gerügt. Auf Platz zwei kam der Ausdruck „Sozialtourismus“, auf Platz drei die Formulierung „defensive Architektur“, die als irreführend und beschönigend kritisiert wurde. Der Ausdruck bezeichnet eine Bauweise, die verhindert, dass sich Obdachlose länger an öffentlichen Orten niederlassen können.

NATO: Türkei behindert Schweden-Beitritt

Der Ministerpräsident von Schweden, Ulf Kristersson, hat auf einer Sicherheitskonferenz in Stockholm über türkische Vorbehalte gegen den NATO-Beitritt des Landes geklagt. Die Türkei, so Kristersson, stelle „Forderungen, die Schweden nicht akzeptieren kann“. Zum einen fordert Ankara ein konsequenteres Vorgehen Schwedens gegen terroristische Organisationen wie die PKK. Diese verfügt in mehreren EU-Ländern über ein breites Umfeld an Unterstützern. Zum anderen verlangt Ankara das Ende eines Waffenembargos, das Schweden im Oktober 2019 gegen die Türkei erklärt hat.

Testpflicht für Reisende

Seit Montag (9.1.) um Mitternacht ist auch in Deutschland die Testpflicht für Einreisende aus China in Kraft. Alle Reisende müssen vor ihrem Abflug nach Deutschland einen negativen Corona-Test vorlegen, der maximal 48 Stunden alt ist. Es reicht ein Antigen-Schnelltest. Fluggesellschaften haben die Aufgabe, die Tests zu kontrollieren. Zusätzlich zur Testpflicht sind Behörden in Deutschland ermächtigt, stichprobenartige Tests nach der Ankunft bei Reisenden aus China anzuordnen. Außerdem will man das Abwasser aus Flugzeugen auf mögliche neue Corona-Varianten testen. Allein in der Zeit vom 1. bis 20. Dezember sollen etwa 248 Millionen Menschen (18 Prozent) der chinesischen Bevölkerung mit dem Virus infiziert gewesen sein.

Ampel ohne Mehrheit

Die Ampel-Regierung hat ihre parlamentarische Mehrheit verloren. Wäre am Sonntag, dem 15.1., Bundestagswahl, würde die CDU mit 27 Prozent stärkste Kraft werden. Mit 20 Prozent deutlich abgeschlagen, folgt die SPD. Drittstärkste Partei würde mit 17,5 Prozent die Grünen werden. Die AfD läge bei 15 Prozent und die FDP bei 7,5 Prozent. Die Linke käme auf fünf Prozent, sonstige Parteien zusammen bei acht Prozent (-0,5). SPD, Grüne und FDP hätten zusammen 45 Prozent. Das geht aus der jüngsten Umfrage von INSA hervor, im Auftrag der „Bild“ wurden dazu im Zeitraum vom 6. bis zum 9. Januar 2.006 Bürgerinnen und Bürger befragt.

16.1., 2.2., 3.2.2023

Die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr fällt nun auch in Berlin, Brandenburg, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen. In Sachsen ist es am 16. Januar so weit. Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern folgen am 2. Februar, Thüringen folgt am 3. Februar. Für Fernbusse und Fernzüge ist der Bund zuständig. Nach geltendem Infektionsschutzgesetz sind hier noch bis 7. April FFP2-Masken vorgeschrieben. Die Bundesregierung könnte dies per einfacher Verordnung ändern.

Zurück zum Diesel

Die Reederei Aida Cruises brachte vor vier Jahren das weltweit erste Kreuzfahrtschiff auf die Meere, das vollständig mit Flüssigerdgas betrieben werden kann – die „AIDAnova“. Der Antrieb stößt fast keinen Feinstaub und Schwefeloxid aus. Auch ein Nachfolgeschiff, die „AIDAcosma“, erhielt einen Dual-Fuel-Motor. Nun stellt die Reederei die Schiffe wieder auf Marinediesel um. Der Grund: Zu hohe Betriebskosten. Aktuell ist LNG dreimal so teuer wie der Diesel. Sobald sich der Energiemarkt stabilisiert habe, will das Unternehmen wieder den LNG-Betrieb aufnehmen. Früher kostete eine Megawattstunde LNG etwa 30 Euro, derzeit liegen die Kosten zwischen 150 und 180 Euro.

E-Scooter hängt an Schornstein von Supermarkt

Einen ungewöhnlichen Abstellort für einen E-Scooter hat sich ein Unbekannter in Hannover ausgesucht: Der Elektroroller hing am Schornstein eines Einkaufsmarktes in rund zehn Metern Höhe. Für den Verleiher, das Berliner Unternehmen Tier, ist dies ein weiterer Fall von Vandalismus. „Einer unserer Mitarbeiter hat den E-Scooter bereits wieder vom Dach geholt“, teilt ein Sprecher auf dpa-Anfrage mit. Er machte keine Angaben dazu, wie häufig E-Scooter an ungewöhnlichen Orten abgestellt werden – auch um keine Nachahmer zu animieren.

1.000.000.000.000 Dollar

Bereits rund eine Billion US-Dollar hat die Energiekrise Europa bereits gekostet, schätzt die Nachrichtenagentur „Bloomberg“. Die Rechnung basiert auf Marktdaten, welche die erhöhten Energiekosten für Unternehmen und Verbraucher abbilden. Laut „Bloomberg“ werde sich die Lage erst 2026 entspannen, wenn zusätzliche Produktionskapazitäten in Katar und den USA verfügbar seien. Fachleute gehen davon aus, dass die Gaspreise im Jahr 2023 wieder steigen werden. Regierungen der EU-Länder hätten die Folgen bisher mit mehr als 660 Milliarden Euro abgefedert – und zum Großteil über Schulden finanziert.

DRK meldet Notstand bei Blutkonserven

Der Bedarf an Blutkonserven ist hoch. Wie der DRK-Blutspendedienst West – zuständig für die Versorgung in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland – mitteilt, wird seit mehreren Wochen weit weniger Blut gespendet, als benötigt wird. Durch einen extrem hohen Krankenstand fallen viele langjährige Blutspender aus. Neuspender könnten den Ausfall nicht kompensieren, heißt es. Um seine Lager wieder aufzufüllen, benötigt der DRK-Blutspendedienst West täglich bis zu 3.500 Blutspenden.



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Von Veritatis

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