Zumindest ein Talent hat die verbissene SPD-Chefin Saskia Esken: Sie schafft es, die eigene Partei den Wählern madig zu machen. Und wie! Die Talkshow „Markus Lanz“ im ZDF verwandelte sie in der Nacht auf Freitag zu einer Wahl-Werbesendung für die Konkurrenz – allen voran die AfD. Der Moderator traute immer wieder seinen Ohren nicht, wenn Esken zu ihren für die eigene Partei fatalen Tiraden ansetzte.

„Ich will schon sehr deutlich sagen“, legt Esken los, „dass diese Regierung mit Olaf Scholz an der Spitze damals eine Aufbruchstimmung hat erzeugen können. Nicht wenig davon wurde auch umgesetzt.“

Wie bitte?

Als Nächstes redet Esken von Krieg und Corona: „Deshalb ist die Stimmung in Deutschland dermaßen schlecht, dass wir dieses Wahlergebnis nicht anders erwarten konnten.“

Da schaltet sich Lanz ein: „Moment, stopp! Sie sind sehenden Auges in dieses Ergebnis hinein?“ Lanz hält ihr vor, dass es ihr bei dem Hinweis auf Corona und Krieg nur um Ausreden ginge. Doch die SPD-Chefin bleibt stur: „Vieles von dem, was wir im Koalitionsvertrag angekündigt hatten und was diese Aufbruchsstimmung ausgelöst hatte, haben wir umgesetzt – und zwar gut umgesetzt.“

Weil sie offenbar Angriff für die beste Verteidigung hält, legt Esken dann los gegen die AfD: „Was das Bitterste ist an diesem Wahlergebnis, das ist eben die Zustimmung zu einer rechtsradikalen Partei, die sich immer weiter radikalisiert hat, deren Konzepte in der Deportation von Migrantinnen und Migranten liegen.“

Lanz unterbricht Esken: „Sie sagen jetzt wieder, es ist eine rechtsextreme Partei. Die ganze Partei ist einfach rechtsextrem, pauschal?“

Esken: „Die Partei ist rechtsextrem.“

Lanz: „Die ganze Partei?“

Esken: „Es gibt gute Gründe, warum jetzt auch gerichtsfest ist…“

Weiter verhaspelt sie sich, und Lanz unterbricht sie. Sie hat die Zuschauer bewusst getäuscht. Denn dass die AfD rechtsextrem sei, ist nicht gerichtsfest. Es gibt ein Urteil in zweiter Instanz, dass sie ein Beobachtungsfall ist – aber das bedeutet im Umkehrschluss, dass sie eben nicht erwiesen rechtsextrem ist. Und das Urteil kann noch angefochten werden.

Hütchenspiel

Lanz sagt weiter: „Entschuldigung, Sie benutzen das Wort ,Deportation‘ – niemand hat in Potsdam dieses Wort benutzt.“

Esken wird noch oberlehrerhafter, es entspannt sich ein bizarrer Dialog. Am Ende herrscht die Parteichefin den Moderator an: „Herr Lanz! Dieses Neubesetzen von Begriffen bei der neuen Rechten, das kennen wir schon. Das müssen wir hier nicht diskutieren. Es geht darum, dass Menschen Deutschland verlassen sollen, die hier seit Generation leben.“ Das ist schon sprachlich Unsinn – niemand kann selbst „seit Generationen“ irgendwo leben. Nur für seine Vorfahren könnte das zutreffen. Und um solche Menschen geht es der AfD explizit nicht.

Lanz hakt nach: „Sie haben 570.000 Menschen an die AfD verloren. 570.000. An diese Leute, die so böse sind, so rechtsextrem, wie Sie es gerade beschreiben! Warum gehen sie gerade von der guten SPD zur bösen AfD?“

Esken wird patzig: „Das hat mit böse nichts zu tun“, wiederholt sie mehrfach: „Ich finde diese Kategorien auch wirklich unterkomplex.“ Sagt die Frau, die ihre Konkurrenz als „Nazis“ diffamiert.

„Die Konzepte der AfD sind menschenverachtend“, setzt Esken dann nach, ohne zu sagen, welche und warum. Lenz apportiert: „Mit allem einverstanden.“

„Warum gehen die Wähler da rüber, warum sind sie nicht mehr bei der SPD?“, hakt er dann nach. Darauf Esken: „Weil es uns offenbar nicht so gut genug gelang, den Menschen deutlich zu machen, dass wir an ihrer Seite stehen.“ Den Menschen stehe das Wasser bis zum Hals, die Mieten und Lebensmittelpreise seien wahnsinnig hoch. „Die Menschen haben alle unsere guten Konzepte nicht spüren können wegen der Inflation“, sagt Esken.

Lanz schüttelt den Kopf: „Es ist interessant, was hier passiert.“

Ein Journalist in der Runde liest Esken die Leviten, nicht ohne ebenfalls auf die AfD einzuprügeln. Er hält Esken vor, dass die Ampel versagt habe. Das Thema Migration habe sie verpennt, und auf die falschen Themen gesetzt, wie Selbstbestimmungsgesetz, Cannabisgesetz und schnelle Einbürgerung.

In diesem Moment wird Esken noch saurer und patziger als sie es ohnehin schon war. Beleidigt wirft sie ein: „Also das ist nun wirklich unterkomplex. Ganz ehrlich!“

Das Wort „unterkomplex“ ist eine neue, von Rot-Grün geprägte und arrogante Umschreibung für „blöd“. Esken beschimpft also den Journalisten, der sie kritisiert, und indirekt auch die Wähler als Idioten – die nicht in der Lage sind, zu verstehen, dass die SPD-Politik eigentlich doch eine exzellente Politik macht.

Stärker kann eine Parteichefin die Wähler wohl nicht vor den Kopf stoßen. „Unter dieser Parteivorsitzenden wird die SPD schon sehr bald mit trotzig erhobenem Kopf unter der Fünf-Prozent-Hürde durchlaufen können“, prognostiziert Josef Seitz in einem Kommentar zu der Sendung auf „Focus Online“.

In den sozialen Medien entlädt sich Spott über die SPD-Chefin.

„Die Selbstwahrnehmung der SPD von Saskia Esken auf den Punkt gebracht: Wir machen alles richtig, wir haben alles auf den Weg gebracht, und wer es nicht versteht ist zu dumm und/oder zu rechtsextrem dafür. Was müssen wir also ändern? Richtig: Nichts!“ So der Kommentar des Accounts „TheRealTom“ auf X.

Die Publizistin Anabell Schunke schreibt auf der Plattform: „SPD-Chefin Saskia Esken redet sich gestern bei Lanz mal wieder um Kopf und Kragen und belegt dabei, dass 14% für die SPD angesichts eines solchen Personals eigentlich noch zu viel sind. Die entscheidendere Frage ist jedoch: Wie konnte Politik in Deutschland zu so einer Negativauslese verkommen, dass am Ende Menschen wie Saskia Esken Parteien anführen?“

Und „Gr@antler“ schreibt: „Mit jeder Minute, die Esken auf Sendung ist, gewinnt die AfD 1000 neue Wähler.“

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Von Veritatis

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